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Heinzelmännchen aus Mainz
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Superrechner hilft bei Suche nach Wirkstoff gegen Coronavirus

Mehr als 30 Milliarden einzelne Berechnungen für den Kampf gegen das Coronavirus. Der Mainzer Superrechner Mogon II hat tausende Substanzen daraufhin geprüft, ob sie gegen SARS-CoV-2 helfen können.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 21.05.2020  16:36 Uhr

Vier heiße und bekannte Kandidaten

In Mainz wurde mit Mogon II zum Beispiel berechnet, wo genau Bindungen zwischen Virus und Zelle erfolgen können und wie groß die Bindekraft eines möglichen Wirkstoffs ist, wie groß also die hemmende Wirkung sein kann. Unter den von den Wissenschaftlern am Ende für am geeignetsten eingestuften zehn Substanzen waren vier schon zugelassene Medikamente gegen Hepatitis C: Simeprevir, Paritaprevir, Grazoprevir und Velpatasvir. Die vier Arzneistoffe binden mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr stark an SARS-CoV-2 und können dadurch möglicherweise Ansteckungen verhindern, so Efferth in einer Pressemitteilung der Hochschule. Dafür spreche auch, dass es sich bei SARS-CoV-2 genau wie beim Hepatitis-C-Virus um ein einzelsträngiges RNA-Virus handelt.

Möglicherweise sehr stark gegen SARS-CoV-2 wirkt nach den Ergebnissen der Forscher auch ein in Asien bereits gegen verschiedene andere Erkrankungen verwendeter Naturstoff aus dem Japanischen Geißblatt (Lonicera japonica). »Unsere Ergebnisse müssen nun durch Laborexperimente und klinische Studien überprüft werden«, betont Efferth. Schon bei der Suche nach Wirkstoffen gegen die Coronaviren MERS-CoV und SARS-CoV sei molekulares Docking erfolgreich eingesetzt worden.

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