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Häufige Arzneistoffe
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Steckbrief Amorolfin

Präparate mit Amorolfin haben Apothekerinnen und Apotheker sehr oft in der Hand. Als lokal anzuwendendes Breitspektrum-Antimykotikum wird Amorolfin zur Behandlung von Haut- und Nagelmykosen eingesetzt. Bei Letzteren ist Durchhaltevermögen gefragt.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 24.02.2026  07:00 Uhr

Wie wirkt Amorolfin?

Amorolfin hemmt in Pilzzellen die Synthese von Ergosterol und stört den Zellmetabolismus. Auf diese Weise wirkt das Morpholinderivat konzentrationsabhängig fungistatisch beziehungsweise fungizid gegen Hefen, Dermatophyten, Schimmelpilze, Dematiaceen und dimorphe Pilze. Auch eine sporozoide Wirkung (gegen Pilzsporen) ist vorhanden.

Wogegen wird Amorolfin eingesetzt?

Als Creme dient Amorolfin zur topischen Therapie von Hautmykosen. Als Nagellack wird Amorolfin zur Behandlung von Onychomykosen (Nagelpilz) eingesetzt.

Wie wird Amorolfin angewendet?

Bei Hautmykosen, zum Beispiel Fußpilz oder kutanen Candidosen, wird Amorolfin-Creme einmal täglich abends auf die befallenen Hautstellen aufgetragen. Die Behandlung soll ohne Unterbrechung bis zur klinischen Heilung und einige Tage darüber hinaus fortgesetzt werden – im Allgemeinen nicht kürzer als zwei Wochen und nicht länger als sechs Wochen.

Bei Nagelmykosen wird der Amorolfin-haltige Nagellack einmal pro Woche aufgetragen. Vor jeder Anwendung soll der Patient die erkrankten Teile der Nägel abfeilen und die Nageloberfläche mit einem Alkoholtupfer reinigen. Die dabei verwendeten Feilen und Tupfer sind zum Einmalgebrauch bestimmt. Kosmetischer Nagellack darf frühestens zehn Minuten danach aufgetragen werden, wenn der Amorolfin-haltige Nagellack vollständig getrocknet ist, und soll erst unmittelbar vor der nächsten Anwendung des Arzneimittels wieder entfernt werden. Die Behandlung soll so lange fortgesetzt werden, bis sich der Nagel regeneriert hat und die befallenen Bereiche komplett geheilt sind. Das dauert im Allgemeinen sechs Monate bei einem Befall der Fingernägel beziehungsweise neun bis zwölf Monate, wenn die Fußnägel befallen sind.

Sind mehr als 80 Prozent der Nageloberfläche und/oder die Nagelmatrix befallen, reicht die topische Therapie nicht aus. Zusätzlich werden dann systemisch Azol-Antimykotika wie Itraconazol oder Fluconazol oder auch Terbinafin verordnet. Amorolfin wirkt synergistisch mit den genannten Arzneistoffen.

Welche Nebenwirkungen kann Amorolfin haben?

Bei der kutanen Anwendung sind Hautreizung und -rötung, Juckreiz sowie ein brennendes Gefühl auf der Haut seltene Nebenwirkungen. Bei der Anwendung als Nagellack kann sich der Nagel verfärben oder brüchig werden, wobei dies auch auf der Nagelpilz-Infektion beruhen kann.

Darf Amorolfin in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden?

In Tierstudien wurde bei hohen oralen Dosen von Amorolfin eine Reproduktionstoxizität beobachtet. Die Erfahrungen mit der lokalen Anwendung von Amorolfin bei schwangeren Frauen sind begrenzt. Aus Sicherheitsgründen sollte Amorolfin in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, falls es nicht eindeutig notwendig ist.

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