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Krebs
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Sport kann das Überleben verlängern

Für mehrere Krebsarten ist inzwischen gut belegt, dass Bewegungsprogramme in frühen Stadien die Sterblichkeit senken können. Für Patienten mit metastasierter Erkrankung ist die Datenlage begrenzter, aber ebenfalls positiv. Einen Überblick über wichtige Studienergebnisse gab kürzlich eine Ärztin des Deutschen Krebsforschungszentrums beim Krebskongress in Berlin.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 12.03.2026  12:30 Uhr

Wie relevant Bewegung und Sport für das Überleben nach Krebs sind, wurde im Februar beim Krebskongress in Berlin erneut deutlich. Dr. Karen Steindorf, Professorin an der Universität Heidelberg und Leiterin der Abteilung »Bewegung, Krebsprävention und Survivorship« des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), stellte dort die Ergebnisse der CHALLENGE-Studie vor, die vergangenes Jahr im »New England Journal of Medicine« publiziert wurde (DOI: 10.1056/NEJMoa2502760).

»Diese Studie war ein Meilenstein«, betonte die Ärztin, die selbst mehrere klinische Studien mit Bewegungsinterventionen betreut. Die randomisierte Studie schloss 889 Darmkrebspatienten aus 55 Zentren mit operiertem Kolonkarzinom nach abgeschlossener adjuvanter Chemotherapie ein. Die Interventionsgruppe (445 Patienten) nahm über drei Jahre an einem strukturierten Bewegungsprogramm teil, während die Kontrollgruppe (444 Patienten) Informationsmaterialien, aber kein strukturiertes Trainingsprogramm erhielt. Der primäre Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben.

»Bislang waren Mortalitätsstudien in diesem Bereich immer Beobachtungsstudien. Dies ist die erste klinische, randomisierte Studie, die wir dazu haben«, informierte die Referentin. Die Ergebnisse waren aus ihrer Sicht herausragend: »Nach fünf Jahren war die Interventionsgruppe mit 6,4 Prozentpunkten Differenz hinsichtlich des primären Endpunkts deutlich und in relevantem Maß von der Kontrollgruppe zu unterscheiden – und das galt auch in ähnlicher Weise für das Gesamtüberleben. Das sind Effekte, die uns beeindrucken.«

Positive Effekte auch bei anderen Krebsarten

Neben Darmkrebs gebe es für Prostata- und Brustkrebs zumindest epidemiologische Evidenz dafür, dass ein aktiver Lebensstil die Mortalität senkt. »Vermutlich ist die Liste viel länger, aber dazu gibt es die Studien noch nicht«, so Steindorf. Mögliche Mechanismen seien eine verbesserte Wirkung der Krebstherapie durch Sport, es könnte aber auch direkte Effekte auf den Tumor geben.

So habe etwa ein Experiment von dänischen Forschenden mit Mäusen gezeigt: Tiere, die freiwillig im Laufrad rannten, hatten ein um mehr als 50 Prozent reduziertes Tumorwachstum im Vergleich zu inaktiven Mäusen. »Das ist wirklich eine interessante Beobachtung. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das auch beim Menschen gilt. Wir haben daher in Heidelberg die BENEFIT-Studie aufgesetzt«, erklärte die Referentin.

In diese dreiarmige Studie wurden 180 Brustkrebspatientinnen eingeschlossen, die während der neoadjuvanten Chemotherapie, also vor einer geplanten Operation, entweder einem Ausdauertraining, einem Krafttraining oder dem Kontrollarm ohne Bewegungsprogramm zugeordnet wurden. Der primäre Endpunkt war die Tumorgröße (»Journal of Sport and Health Science« 2025, DOI: 10.1016/j.jshs.2025.101064).

Insgesamt sei kein Effekt auf die Tumorgröße zu beobachten gewesen, »aber wir haben immerhin herausgefunden, dass es weniger Abbrüche der Chemotherapie gab, was natürlich auch unglaublich wichtig ist«, so Steindorf.

Sekundäre Analysen hätten deutliche Unterschiede je nach Hormonrezeptorstatus gezeigt: Vor allem bei hormonrezeptorpositiven (HR+) Brustkrebsarten gab es Vorteile – hier auch hinsichtlich der Tumorgröße. Bei ihnen scheint Bewegung die Tumorantwort auf die Chemotherapie zu verbessern. In der Interventionsgruppe reduzierte sich bei diesen Patientinnen die Tumorgröße stärker und es gab eine höhere Rate an Komplettremissionen. Bei HR-Tumoren verbesserte Bewegung vor allem die Verträglichkeit der Chemotherapie, jedoch nicht unmittelbar das Tumoransprechen. »Insgesamt ist es also auch schon bei der neoadjuvanten Therapie durchaus von Vorteil, zu trainieren«, fasste die Referentin zusammen.

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