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»Risikoreiches Experiment«
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SPD-Ausschussvorsitzender will gegen Cannabis-Freigabe stimmen

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Lars Castellucci (SPD), will gegen das Cannabis-Gesetz der Ampel stimmen. Das Vorhaben nahm derweil eine weitere Hürde: Heute billigte der Gesundheitsausschuss die Pläne, voraussichtlich am Freitag stimmt der Bundestag ab.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 21.02.2024  09:26 Uhr

»Mein Problem sind fehlender Jugendschutz, mangelnde Möglichkeit der Kontrolle und damit sogar eine Erleichterung kriminellen Handelns. Es ist ein risikoreiches Experiment«, sagte Castellucci den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

»Für mich selbst kann ich solche Risikofreude an den Tag legen, aber nicht als Gesetzgeber. Ich lehne den Vorschlag daher ab.« Castellucci leitet den Innenausschuss seit Januar 2022 geschäftsführend, da es bisher keine Mehrheit für einen AfD-Politiker gab.

Heute befasste sich der federführende Gesundheitsausschuss abschließend mit den Gesetzesplänen und billigte sie mit mehreren Änderungen, wie es aus Teilnehmerkreisen hieß. Der Eigenanbau und Besitz bestimmter Mengen sollen demnach für Volljährige ab dem 1. April erlaubt sein. Zum 1. Juli sollen Clubs zum gemeinsamen nicht-kommerziellen Anbau möglich werden. Vorgesehen sind zahlreiche Regeln und Vorgaben.

Bundestag soll Gesetz an diesem Freitag beschließen

An den Plänen gibt es breite Kritik von Medizinverbänden, aus der Justiz sowie unter anderem auch von den Innenministern der Länder. Das Parlament soll die Gesetzespläne der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP dann voraussichtlich am Freitag beschließen.

»Wir haben uns im Koalitionsvertrag auf die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in lizenzierten Geschäften verständigt. Das wäre auch die richtige Antwort gewesen auf die gescheiterte Drogenpolitik der letzten Jahrzehnte«, sagte Castellucci den Zeitungen.

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