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Interdentalreinigung
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So wichtig wie das Zähneputzen

Im Vergleich zu den sichtbaren Zahnflächen scheinen die Flächen der Zahnzwischenräume vernachlässigbar klein. Doch ihr Anteil ist größer als gedacht und ihre sorgfältige Reinigung wichtig. Welche Hilfsmittel sich für wen am besten eignen.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 04.03.2026  18:00 Uhr
So wichtig wie das Zähneputzen

Zweimal täglich für mindestens zwei Minuten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta die Zähne putzen – das ist laut S3-Leitlinie »Kariesprävention bei bleibenden Zähnen« die Empfehlung für die tägliche Zahnreinigung. Sie sorgt nicht nur für die Entfernung von sicht- und spürbaren Speiseresten, sondern auch von unsichtbaren Biofilmen, die die Entstehung von Karies und Parodontitis fördern. Zudem wird in der Leitlinie darauf hingewiesen, dass rund 30 bis 40 Prozent der Zahnflächen im Interdentalraum liegen. Diesen erreichen herkömmliche Zahnbürsten nicht oder nur teilweise.

Zur Reinigung dieser Bereiche gibt es Zahnseide (gewachst/ungewachst), Interdental-(Zahnzwischenraum-)Bürsten, Interdentalsticks aus Holz oder Gummi/Elastomer sowie Mundduschen. Ihre Effektivität zur Verminderung von Biofilmen wurde in Studien untersucht; seltener gewählt wurde der Endpunkt Karies. Beim Vergleich der Hilfsmittel besteht laut Leitlinie eine sehr geringe Evidenz, dass Interdentalbürsten effektiver seien als Zahnseide. Für die Effektivität von Zahnputzstäbchen und Mundduschen gebe es nur wenige und darüber hinaus widersprüchliche Belege.

Die Interdentalräume sollten regelmäßig mehrmals pro Woche gereinigt werden. Ob dies vor oder nach dem »normalen« Zähneputzen erfolgt, hat laut Leitlinie auf das Ergebnis keinen Einfluss. Wichtig sei jedoch die korrekte Anwendung der gewählten Produkte. Hersteller von Interdentalbürsten empfehlen die Anwendung vor dem Zähneputzen. Dabei sollte wegen der abrasiven Eigenschaften keine Zahnpasta verwendet und die Bürste nach jedem Zahnzwischenraum mit Wasser gereinigt werden, um keine Zahnbeläge von Zwischenraum zu Zwischenraum zu transportieren.

Bürste, Seide oder Stick?

Bei der Auswahl eines geeigneten Produkts spielen verschiedene Aspekte eine Rolle: Wie breit sind die Zahnzwischenräume? Und kommt der Anwender mit dem jeweiligen Produkt gut zurecht? So ermöglichen Interdentalbürsten (etwa von Tepe®, Gum®, Miradent® oder Curaprox®) eine einfache und durch die zahlreichen Borsten gründliche Reinigung. Häufig finden sich in einem Gebiss unterschiedliche Abstände, sodass es sinnvoll sein kann, mehrere Interdentalbürsten in verschiedenen Größen einzusetzen. Viele Hersteller bieten neben Packungen mit einer einzigen Größe auch Packungen mit verschiedenen Größen an.

Laut Herstellerangaben kann es vorkommen, dass mit der Zeit andere Bürstengrößen benötigt werden, zum Beispiel, wenn Schwellungen nachlassen und Zahnzwischenräume besser zugänglich werden. Schwer erreichbar sind mitunter die Zwischenräume der Backenzähne. Hier kann eine Ausführung mit verlängertem Griff und abgewinkeltem Bürstenkopf (wie Tepe® Angle) hilfreich sein. Für Anwender mit empfindlichem Zahnfleisch und/oder Zahnhälsen sowie für Einsteiger gibt es bei Interdentalbürsten – wie bei normalen Zahnbürsten – Ausführungen mit weicheren Borsten (wie Tepe® Extra Soft).

Eine Art Weiterentwicklung des klassischen Zahnstochers sind Zahnsticks (wie Tepe® Easypick™ oder Curaprox® Brushpic). Sie bestehen aus flexiblen Materialien, sodass sie wie ein Zahnstocher, aber trotzdem flexibel verwendet werden können. Sie ermöglichen eine einfache Anwendung bei gleichzeitig geringem Verletzungsrisiko. Zusätzlich sind sie mit Lamellen versehen, die für eine gute Reinigung der Zahnzwischenräume sorgen. Sie sind länger als klassische Interdentalbürsten, besitzen keinen Metalldraht und sind konisch geformt, sodass sie in Zwischenräumen unterschiedlicher Breite verwendet werden können. Manche Hersteller bieten aber auch hier unterschiedliche Größen an.

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