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Digitale Messe
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So war die »InnoVention 2026« von Pharma Deutschland

Die Innovationsmesse »InnoVention 2026« von Pharma Deutschland fand in der vergangenen Woche online statt. Wie bei Präsenzmessen gab es auch hier Input von Expertinnen und Experten sowie die Möglichkeit, mit Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Die PZ hat sich die Messe angeschaut und mit einem Aussteller gesprochen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 02.02.2026  11:34 Uhr
So war die »InnoVention 2026« von Pharma Deutschland

In einer Flut von »Guten Morgen« und Witzen wie »Wo ist der Kaffee?« fiel die Nachricht von Julian Gorski bei der »Networking Lounge« auf. »Ich bin Apotheker und beschäftige mich mit dem Apothekenmarkt und damit, wie wir die Apotheke vor Ort stärken können«, schrieb der Apotheker, der auch Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein ist. Sein Start-up »Upscale Pharma« zählte zu den 26 Ausstellern, die auf der Messe einen digitalen Raum und einen digitalen Avatar hatten.

Gorski und sein Geschäftspartner Marc Burger bieten Apotheken Unterstützung bei der Digitalisierung, im Personalmanagement und bei der Budgetnutzung. In einem virtuellen Café erklären sie, warum sie beim Event mitmachen. »Wir wollten Menschen erreichen, die wir ansonsten nicht erreicht hätten, und Kontakte aufbauen«, sagt Marc Burger. »Eine digitale Messe lebt davon, was du selber tust – wie bei einer normalen Messe auch.« Ein großer Pluspunkt war für sie, dass die Teilnahme wesentlich günstiger als bei Messen vor Ort war.

»Window of opportunity« nutzen

Bei der Messe gab es auch Input von Expertinnen und Experten, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien. »Unser Ziel als Haus ist, Unternehmen von unnötigen Bürokratielasten zu befreien. Von diesen Ansätzen wird auch die Pharmaindustrie profitieren«, sagte in ihrer Keynote Luise Hölscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Für Unternehmen in Deutschland sei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz besonders wichtig. Hier sollte es ihrer Meinung nach weniger Regulierung durch die Politik geben. Auch Datenschutz und Datennutzung seien Grundvoraussetzungen für eine bessere Versorgung und innovative Forschung. Mit Blick auf die angespannte internationale Lage sprach sie von einem »Window of Opportunity«, das aus deutscher und europäischer Sicht genutzt werden müsse. »Wir müssen uns austauschen und uns vernetzen«, so ihr Fazit. 

»Vernetzung wird zum Innovationstreiber«, stimmte Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), zu. In seiner Keynote machte er deutlich, dass Politik und Pharmaindustrie bei Gesundheitsinnovationen eng zusammenarbeiten müssen. »Moderne Technologien können die Grenzen verschieben, etwa bei der Entwicklung neuer Medikamente und therapeutischer Ansätze, die immer schneller voranschreiten.« In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Hightech-Agenda. Doch Technologien und Daten allein würden nicht helfen, »wir brauchen auch kreative Köpfe«.

Auch Susanne Ozegowski, ehemalige Abteilungsleiterin für Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium (BMG), war dabei. Sie erläuterte, wie neue Technologien bei Patientinnen und Patienten ankommen. »Die elektronische Medikationsliste läuft sehr gut und scheint akzeptiert und für die Versorgung als hilfreich angesehen zu sein«, sagte sie. Auch die elektronische Patientenakte, die sie als ein »Mammutwerk« bezeichnete, scheine im ambulanten Sektor angekommen zu sein und bei Apotheken und Zahnarztpraxen gute Quoten zu erzielen.

Wichtig sei es, die Gematik näher an die Praxis zu bringen. Ozegowski betonte ebenfalls die Bedeutung von Daten. Mit dem »Forschungsdatenzentrum Gesundheit« des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sei die Basisinfrastruktur vorhanden. »Jetzt geht es darum, aus den Kinderschuhen rauszukommen.«

Janina Mütze, die CEO des Marktforschungsunternehmens Civey, stellte in ihrem Beitrag eine Studie vor, der zufolge das Vertrauen der Menschen in die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren abgenommen hat. Zudem würden immer mehr Menschen an eine künftige Verschlechterung des Systems glauben. Laut einer weiteren Grafik halten 92 Prozent eine eigene leistungsfähige Pharmaindustrie in Deutschland und Europa für wichtig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. »Vier von zehn Menschen sorgen sich um ihre persönliche Medikamentenversorgung«, so Mütze weiter.

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