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Das perfekte Rezept
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So gelingen die größten Seifenblasen

Groß, stabil und möglichst langlebig: So wünscht man sich Seifenblasen. Was man dazu braucht? Neben Wasser und Spüli auch Guarkernmehl und Glycerol. Hier kommt das perfekte Rezept.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 24.10.2022  07:00 Uhr

Wissenschaftler sind manchmal echte Spielkinder. Unvergessen sind etwa die Spaß-Einträge zu Pasta theobromae – vulgo: Schokolade – im »Teedrogen-Wichtl« oder zur Steinlaus (Petrophaga lorioti) im »Pschyrembel«. Aktuelle Forschung im Grenzbereich der heiteren Seriosität beziehungsweise seriösen Heiterkeit wird jedes Jahr mit den Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet. Ein Kandidat für diesen Preis in der Kategorie Physik oder auch Pharmazeutische Technologie ist nun auf dem Preprint-Server »Arxiv« erschienen.

Ein Team bestehend aus Physikern der Université Paris-Saclay und einem Seifenblasen-Künstler beschreibt darin seine Versuchsreihen zur Entwicklung einer idealen Seifenblasen-Mixtur sowie die Testanordnungen, mit denen diese im Labor erprobt wurde. Man diskutiert en détail diverse Seifenblasen-Eigenschaften wie Formbarkeit, Stabilität und Dehnviskosität sowie den Einfluss der verschiedenen Zutaten und ihrer Konzentration. Als Ergebnis ihrer Untersuchungen präsentieren die Autoren folgendes Rezept, das, wie sie einschränken, zwar nicht erwiesenermaßen das bestmögliche sei, aber »auf systematischen Studien und eindeutigen physikalischen Argumenten« beruhe:

  • Wasser,
  • 4 Volumenprozent Spülmittel (am besten Fairy® von Procter & Gamble),
  • 0,1 Prozent Guarkernmehl als Schmiermittel, alternativ auch 0,05 Prozent J-Lube®,
  • 10 Prozent Glycerol, um die Verdunstung zu bremsen und so die Lebenszeit der Seifenblasen zu verlängern.

Zusätze wie Zitronensäure oder auch Hefe, die manche Mischungen in Konzentrationen unter 0,1 Prozent enthielten, um den pH-Wert zu senken, seien nicht notwendig, könnten aber womöglich zur Konservierung hilfreich sein. Wenn sich mit der beschriebenen Rezeptur tatsächlich die perfekten Seifenblasen herstellen lassen, wird sie aber vermutlich so schnell aufgebraucht sein, dass sich in der Praxis die Frage nach der Haltbarkeit  gar nicht stellt.

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