Krämpfe sind nach Sturms Worten eine Überlastung des Muskels, bei der viele Faktoren eine Rolle spielen. Was dagegen fast immer helfe: Dehnung. Sturm sagt: »Der Muskel neigt viel weniger zum Krampfen, wenn er geschmeidig gehalten wird.« Gerade im Leistungssportbereich werde Dehnen kontrovers gesehen, so der Experte. Denn durch das Dehnen werden die Muskelfasern gestreckt, sodass die Muskelspannung nicht mehr maximal ist. Aber Hobbyathleten tun gut daran, sich beim Sport zu dehnen, rät er.
Beim Dehnen wichtig: Die Muskeln sollten schon etwas warm sein. Beim Joggen etwa sei es empfehlenswert, den ersten Kilometer langsam anzugehen. Erst wenn der Muskel warm und gut durchblutet ist, sollte man ihm und den Bändern hohe Leistung abverlangen, erklärt Sturm. Dann kann man die Belastung steigern und die nächsten Kilometer schneller laufen. Nach dem Sport dann in Ruhe alle belasteten Muskelgruppen dehnen, um Krämpfen vorzubeugen, rät er.
Und wenn es doch mal krampft? Dann sollte man sein Sporttraining abbrechen. Wärme, eine sanfte Massage, lockere Bewegungen und sanftes Dehnen können helfen, den Muskel zu entspannen. Außerdem ratsam: Getränke mit Salz und Kohlenhydraten. Natürlich kann man dann auch etwas Senf zu sich nehmen.
Das Review im »Journal of Athletic Training« sah beim Senf zwar nur anekdotische Hinweise auf eine Wirksamkeit gegen Krämpfe, verwies aber im gleichen Kontext auf Versuche mit Gewürzgurkenwasser. Das habe bei Krämpfen eine deutlich schnellere Linderung gebracht als reines Wasser. Ein möglicher Grund könnte demnach sein, dass der in der Gurkenlake enthaltene Essig einen Reflex auslöst, der die Krampfaktivität hemmt.