| Sven Siebenand |
| 07.04.2026 16:20 Uhr |
Das Inkretinmimetikum Semaglutid wurde in der EU nun auch für die Behandlung der metabolisch-assoziierten Steatohepatitis (MASH) zugelassen. / © GettyImages/ magicmine
Lagert sich übermäßig viel Fett in der Leber ab, kann eine MASH (früher als NASH bezeichnet) entstehen. Die Folge sind inflammatorische und fibrotische Prozesse. Später können aus der Fibrose dann eine Zirrhose und Leberkrebs entstehen. Im vergangenen Jahr kam mit dem oral verfügbaren Wirkstoff Resmetirom (Rezdiffra™) ein erster in der EU bei MASH zugelassener Arzneistoff auf den deutschen Markt. Semaglutid ist nun der zweite hier zugelassene Wirkstoff.
Das zugelassene Einsatzgebiet ist identisch. Beide Substanzen sollen in Verbindung mit Ernährungsumstellung und Bewegung zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht zirrhotischer MASH mit mittelschwerer bis fortgeschrittener Leberfibrose (Fibrosestadien F2 bis F3) zum Einsatz kommen.
Semaglutid ist ein GLP-1-Analogon mit einer Sequenzhomologie von 94 Prozent zum humanen GLP-1. Es wirkt als GLP-1-Rezeptoragonist. GLP-1-Rezeptoren sind weit verbreitet im Körper, auf Leberzellen wurden sie allerdings nicht nachgewiesen. Der leberspezifische Wirkmechanismus ist multifaktoriell und wird vermutlich durch eine Verbesserung von Stoffwechselfaktoren, einschließlich Gewichtsverlust, verbessertem Glucose- und Lipidstoffwechsel und reduzierter Entzündung, vermittelt. In der Fachinformation von Kayshild heißt es zudem, dass Semaglutid sich auf die genetischen Signalwege sowohl der Entzündung als auch der Fibrose auswirkt und dadurch zu einer günstigen Veränderung des proteomischen Musters bei MASH führt.
Die Vorteile von Semaglutid im Vergleich zu Placebo sind die Beseitigung von MASH ohne Verschlechterung der Leberfibrose sowie eine Verbesserung der Fibrose ohne Verschlechterung von MASH, wie in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei Erwachsenen mit MASH und mittelschwerer bis fortgeschrittener Leberfibrose beobachtet wurde.