Ein ganz besonderes Bonbon: Zum runden Geburtstag gibt es exklusiv für Apotheken drei Geschmacksrichtungen im Retro-Look: Pulmoll Manuka-Honig-Salbei (lila), Classic (rot) und ätherische Öle in Grün. / © Pulmoll
Die Geschichte hinter dem berühmten Hustenbonbon beginnt in dem Örtchen Châteauroux im Herzen Frankreichs im Jahr 1910. Dort entwickelte der Apotheker Victor Hélin im Keller seiner Apotheke seinen »Sirup Quintonine«, eine pastöse Mixtur aus Pflanzenextrakten mit Honig zur »Unterstützung von Vitalität und Wohlbefinden«, wie es in der Jubiläumsbroschüre heißt. Daraus ging 1926 der Pulmoll-Sirup hervor – der von nun an dank der schleimlösenden Wirkung seines Süßholzwurzelextrakts gezielter bei Husten und Halsreizungen Anwendung fand.
Wie erklärt sich die Namensgebung? »Pulmoll stammt vom lateinischen ›pulmonis‹ für Lunge und verweist auf den ursprünglichen Einsatz zur Beruhigung der Atemwege«, erklärte Inga Plegge, Marketingleiterin bei Pulmoll Kalfany, im Gespräch mit der PZ.
Die nächste Generation sorgte für den Aufschwung des »Laboratoire Quintonine«: Nach Hélins Tod übernahmen sein Schwiegersohn Jacques Lafarge und dessen Bruder Jacques Lacour – beide Apotheker – das Unternehmen. Die entscheidende Idee setzten sie 1946 in die Tat um: Sie entwickelten das Sirup zur Pastille weiter. Dass Anwendungsfreundlichkeit ein wichtiges Instrument der Adhärenz ist, war den Pharmazeuten offenbar damals schon bewusst: Eine Pastille ist besser dosier- und transportierbar; sozusagen ein Alltagshelferlein to go.
Das praktische Hustenbonbon überzeugte. Bereits wenige Jahre nach seiner Einführung produzierte das »Laboratoire Lafarge« mehrere Millionen Dosen jährlich. Jacques Lafarge war es auch, der die Hustenpastille 1956 in Deutschland einführte – zunächst über Apotheken und Drogerien. Erst in den 1970er-Jahren weitete sich der reine Apothekenvertrieb auch auf den Lebensmittelhandel aus. In Frankreich werde Pulmoll nach wie vor apothekenexklusiv vertrieben, wie Plegge sagte.
»Die Originalrezeptur von Lafarge mit Süßholzwurzelextrakt, Menthol und Honig ist auch heute noch in jedem Pulmoll-Classic-Bonbon enthalten.« Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Sortiment um weitere Geschmacksrichtungen und zuckerfreie Varianten – mittlerweile gibt es 14 verschiedene Sorten. »Unser Topseller ist aber nach wie vor die Classic-Variante; sie macht mehr als 30 Prozent des Umsatzes aus.«
Zum Jubiläum hat das Unternehmen exklusiv für den deutschen Apothekenmarkt im wahrsten Sinne des Wortes ein besonderes Bonbon zu bieten: Jetzt für die Herbst-Winter-Saison gibt es drei Jubiläumsdosen im Retro-Look, deren Gestaltung an das ursprüngliche Design Lafarges erinnert. Es sind drei Geschmacksrichtungen erhältlich: »Classic«, »Manuka-Honig-Salbei« und »Atemfrisch« mit ätherischen Ölen. Zusätzlich hat das Unternehmen im Jubiläumsjahr sein erstes Nahrungsergänzungsmittel »Blühzeit« auf den Markt gebracht, eine Lutschpastille mit Vitamin C, Niacin und Quercetin.
»Heute sind wir eine kleine, feine Bonbonmanufaktur in Müllheim in der Nähe von Freiburg. Der Betrieb gehört zur Zertus-Gruppe, einem alten Familienunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg«, berichtete Plegge. Derzeit seien 60 Mitarbeitende im Schwarzwald an der Produktion von jährlich mehr als 3000 Tonnen Hartkaramellen beteiligt. Diese sind derzeit in mehr als 30 Ländern erhältlich, darunter vor allem im europäischen Ausland und in Asien.