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Expertenkommission
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Sehverlust und hohes Cholesterol steigern Demenzrisiko

Ein abnehmendes Sehvermögen und zu hohe LDL-Cholesterolwerte können das Demenzrisiko erhöhen. Zu dieser Einschätzung kommt die »Lancet«-Kommission zur Prävention, Intervention und Pflege von Demenz in ihrer aktuellen Studie und erhöht die Zahl der Demenz-Risikofaktoren damit auf 14.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 02.08.2024  14:00 Uhr

Prävention ist möglich

Dem »Lancet«-Bericht zufolge könnten 45 Prozent der Demenzerkrankungen verhindert oder deutlich verzögert werden, wenn alle 14 Risikofaktoren vollständig ausgeschaltet werden könnten. Dass Prävention möglich ist, betont auch Teipel. So hätte seit 2011 eine Reihe von prospektiven epidemiologischen Studien in Großbritannien, Dänemark, den USA und Deutschland gezeigt, dass das altersbezogene Demenzrisiko in den letzten zehn Jahren um etwa 3,5 Prozent gesunken ist. Die Gründe seien vermutlich der Zugang der Nachkriegsgeneration zu einer besseren Gesundheitsversorgung und zu Bildung, gerade bei Frauen, und die Abnahme des Rauchens. Dass die Summe der verhinderbaren Demenzfälle über alle Risikofaktoren hinweg bei 45 Prozent liegt, zweifelt der Experte aber an.

»Wenn man mehrere Risikofaktoren beeinflusst, gibt es synergistische Effekte, man kann für einzelne Individuen die Effekte der Risikoreduktion deswegen nicht einfach aufsummieren. Ich denke, die 45 Prozent liegen im oberen Randbereich dessen, was man erwarten kann und die Wirklichkeit liegt deutlich darunter.« 

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