| Laura Rudolph |
| 04.02.2026 12:00 Uhr |
Studien deuten darauf hin, dass Metformin das Risiko für die Entwicklung einer altersbedingten Makuladegeneration signifikant senken könnte. / © Getty Images/Bill Oxford
Der Einsatz von Metformin könnte bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) um rund ein Drittel senken. Die Erkenntnis, dass sich das Antidiabetikum günstig auf die Netzhauterkrankung auswirken könnte, ist nicht neu. Bisher stützten sich die Hinweise jedoch vor allem auf epidemiologische Studien mit Sekundärdaten, etwa Diagnose-Codes aus Krankenakten. Solche Daten erfassen meist nicht den Schweregrad der AMD .
Forschende der Universität Liverpool in England haben nun eine Fall-Kontroll-Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang anhand von Primärdaten untersucht – konkret anhand von Fotografien des Augenhintergrunds. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal »BMJ Open Ophthalmology«.
Das Team um Dewi Fathin Romdhoniyyah analysierte Augenhintergrundaufnahmen von 2089 Diabetespatienten ab 55 Jahre, die über fünf Jahre an einem Screening auf diabetische Retinopathie teilgenommen hatten. Die Forschenden prüften, ob und wie stark bei den Teilnehmenden eine AMD vorlag und ob sie Metformin einnahmen. In die Auswertung flossen auch mögliche Störfaktoren ein, darunter Alter, Geschlecht und die Dauer des Diabetes. Mithilfe einer logistischen Regression untersuchten sie die Assoziation zwischen einer Metformin-Einnahme und der Inzidenz beziehungsweise dem Fortschreiten früher, mittlerer und später AMD-Stadien.
Metformin war signifikant mit einer um 37 Prozent niedrigeren Inzidenz des mittleren AMD-Stadiums assoziiert (Odds Ratio: 0,63). In univariaten Analysen zeigte sich außerdem eine geringere Inzidenz einer späten AMD (Odds Ratio: 0,43). Nach Anpassung an Alter und Geschlecht war dieser Zusammenhang jedoch nicht mehr signifikant.
»Die meisten Menschen, die an AMD leiden, können nicht behandelt werden. Daher ist dies ein großer Durchbruch in unserer Suche nach neuen Behandlungsmethoden. Metformin hat das Potenzial, vielen Menschen das Augenlicht zu retten«, kommentierte Seniorautor Dr. Nicholas Beare in einer Pressemitteilung der Universität. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass der protektive Effekt des Antidiabetikums in klinischen Studien weiter untersucht werden muss.