Der Vorstand der Bundesapothekerkammer bei der berufspolitischen Veranstaltung im Rahmen des Pharmacon Schladming: Hannes Müller, Maike Fedders, Stephanie Tiede, Armin Hoffmann und Franziska Scharpf (von links). / © PZ/Alois Müller
Wie wird sich die geplante Apothekenreform auf die Arbeit in der Offizin auswirken? Diese Frage bildete den Ausgangspunkt der berufspolitischen Diskussion. Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage vermisst die Apothekerschaft in dem Reformvorhaben die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung des Fixums schmerzlich. Doch abgesehen davon kann BAK-Präsident Armin Hoffmann der geplanten Reform auch Positives abgewinnen, etwa die Ausweitung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL).
»Wir plädieren dafür, die Chance, die wir hier bekommen, zu ergreifen«, sagte Hoffmann. BAK-Vorstandsmitglied Hannes Müller pflichtete ihm bei: Der Topf, aus dem die pDL finanziert werden, sei »prall gefüllt«. Es sei wichtig, pDL verstärkt anzubieten und abzurechnen. Mit den bereits etablierten plus den geplanten pDL stehe den Apotheken ein bunter Strauß an Dienstleistungen zur Verfügung, mit denen sie einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Volkskrankheiten leisten können. »Darum muss es uns gehen: das Gesundheitssystem voranzubringen und den Zugang der Patientinnen und Patienten dazu zu erleichtern«, betonte Hoffmann.
Als niedrigschwellige Anlaufstelle in Gesundheitsfragen kommt den Apotheken eine entscheidende Rolle zu – etwa wenn es darum geht, Fehlinformationen aus dem Internet zu korrigieren. »Dr. Google hat die Gesundheit der Bevölkerung nicht verbessert«, sagte BAK-Vizepräsidentin Franziska Scharpf. »Im Gegenteil: Wir sehen, dass die Gesundheitskompetenz immer schlechter wird.« Ein Beispiel seien die Impfquoten, die in Deutschland schlechter seien als im EU-Durchschnitt. Wenn Apotheken künftig nicht nur Grippe- und Covid-19-Impfungen, sondern sämtliche Impfungen mit Totimpfstoffen anbieten dürften, könne das die Impfquoten deutlich verbessern. Hoffmann ergänzte, dass dann wahrscheinlich auch noch mehr Apotheken ein Impfangebot machen würden als bisher, weil sich der Aufwand mehr lohne.
Die Diskussionsrunde mit dem BAK-Vorstand wurde geleitet von PZ-Chefredakteur Alexander Müller. / © PZ/Alois Müller
Ob mehr Kompetenzen für die Apotheken oder neue pDL: Für all dies müssen Apothekerinnen und Apotheker informiert und stets fortgebildet sein. Daher sind Rufe nach einer Nachweispflicht der Fortbildung nicht überraschend. Krankenhausapothekerin Maike Fedders betonte, dass der BAK-Vorstand dieses Thema auf der Agenda hat: »Wir brauchen die Nachweispflicht der Fortbildung analog zur Ärzteschaft oder analog zur Apothekerschaft in anderen europäischen Ländern.« Mit Hoffmann stimmte sie überein, dass wahrscheinlich schon sehr bald etwas dazu kommen werde. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen im Plenum fand dies Zuspruch. Dass einige Apotheken, die schlecht oder nicht beraten, den Ruf der Masse mitbeschädigen, dürfe nicht sein, brachte es eine Kollegin auf den Punkt.