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England
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Schluss mit Blutdruck-Checks in Apotheken

Die Hausärzte in England wollen das Blutdruckmessen in Apotheken kippen. Dafür stimmten sie jetzt bei der Jahreskonferenz der britischen Ärztevereinigung. Im Gegenzug sprachen sie sich für eine bessere Finanzierung der Arzneimittelabgabe aus.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 25.11.2024  14:00 Uhr

Die Hausärzte-Vertreter des sogenannten Local Medical Committees (LMCV) in England haben nahezu einstimmig für ein sofortiges Ende von Blutdruckmessungen in Apotheken gestimmt. Stattdessen sollen die Mittel in ihren Augen in eine angemessene Vergütung für die Arzneimittelabgabe fließen. Der Beschluss ist auf der Jahreskonferenz der britischen Ärztevereinigung (British Medical Association, BMA) gefallen.

Laut einem Bericht von »Chemist+Druggist«, ein Magazin für Apotheken und Großhandel im Vereinigten Königreich, könnte der Vorstoß erhebliche Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Hausarztpraxen haben. Gleichzeitig warnen Kritiker davor, es könne dadurch zu einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung insgesamt kommen.

Die Argumentation der Ärzte: Blutdruckmessungen in Apotheken führen zu »mehr Arbeit« für die Allgemeinmediziner. Denn die Mess-Ergebnisse trieben die Menschen im Anschluss in die Arztpraxen. Außerdem fordern die Ärzte, dass der nationale Gesundheitsdienst National Health Service England (NHSE) die Kernaufgaben von Apotheken, insbesondere die Arzneimittelabgabe, angemessen finanziert. Das wirtschaftliche Überleben der Offizinen müsse sichergestellt sein und nicht von zusätzlichen Tätigkeiten abhängen, die traditionell und vertraglich in den Aufgabenbereich der Allgemeinmedizin fielen.

Der Antrag kritisiert zudem die aktuelle Finanzpolitik des NHSE, die eine Konkurrenz zwischen Hausarztpraxen und Apotheken fördere. Die beiden Berufsgruppen würden gegeneinander ausgespielt, um knappe Mittel in einem Nullsummenspiel zu verteilen, heißt es. Mit dem Antrag muss sich die BMA nun offiziell (politisch) befassen.

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