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Antibiotika
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Resistenzen stärker in Fachinformationen beachten

Um der zunehmenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen zu begegnen, hat das BfArM auf EU-Ebene angeregt, Resistenzrisiken angemessen in Fachinformationen abzubilden. Bei Azithromycin ist dies bereits umgesetzt.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 11.03.2026  09:00 Uhr

Übermäßiger Gebrauch und nicht zielgerichteter Einsatz von Antibiotika führen zunehmend zu Resistenzen. Diese Entwicklung fordert nach Schätzung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)  bereits jährlich 35.000 Menschenleben in Europa und ist eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin. Verschärft wird die Situation dadurch, dass einerseits kaum neue Antibiotika auf den Markt kommen und andererseits die meisten Infektionserkrankungen mit altbewährten, schon lange auf dem Markt befindlichen Substanzen behandelt werden.

Um deren Wirksamkeit möglichst lange zu erhalten, hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf europäischer Ebene ein Bewertungsverfahren für Azithromycin angestoßen, um Anwendungsgebiete und Dosierungsangaben zu vereinheitlichen und den Einsatz zu beschränken. Im September 2025 wurde das Verfahren abgeschlossen und die Empfehlungen für den Einsatz von Azithromycin in der EU harmonisiert. Die Neubewertung mündete unter anderem in Anwendungsbeschränkungen und Warnhinweisen

Warum Azithromycin?

Der Wirkstoff wird seit vielen Jahren gegen eine ganze Reihe von Infekten bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt. Aber Azithromycin steht auch auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO – und wird zugleich als Antibiotikum mit erhöhtem Risiko für eine Resistenzentwicklung eingestuft. Die Verbrauchsdaten suggerieren eine steigende Zahl an Verordnungen, sodass das BfArM 2023 das Verfahren zur Neubewertung anstieß.

Die neuen Empfehlungen sollen Angehörigen der Gesundheitsberufe eindeutigere Hilfestellung geben, bei welchen Patienten Azithromycin zum Einsatz kommen sollte. Demnach soll Azithromycin nicht mehr zur Behandlung von Akne, Helicobacter pylori und der Prävention von Asthma-Exazerbationen verordnet werden. Hier sahen die Experten einen Nutzen nicht ausreichend belegt. Von der Änderung betroffen sind sowohl die perorale als auch die intravenöse Anwendung. Die verbliebenen Indikationen wurden umformuliert, um die Patientengruppen besser zu spezifizieren.

Die Produktinformationen für alle Azithromycin-haltigen Medikamente wurden mit Warnhinweisen versehen, der potenzielle Resistenzentwicklung hinweist und betont, dass der Arzneistoff nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden sollte – beispielsweise bei einer Allergie gegen Beta-Lactam-Antibiotika oder bestehenden Resistenzen. Die Änderungen an den Produktinformationen müssen laut BfArM auch Eingang in klinische Leitlinien und Antibiotic-Stewardship-Programme finden, um das Bewusstsein bei den verordnenden Personen zu stärken. 

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