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Asthma bronchiale
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Remission ist möglich

In der Therapie des Asthma bronchiale hat sich viel getan. Dank neuer Strategien erscheint eine Remission möglich. Inhalative Corticosteroide und monoklonale Antikörper spielen eine zentrale Rolle, wie Professor Dr. Gerd Bendas von der Universität Bonn beim Pharmacon-Kongress in Meran erklärte.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 05.06.2023  16:30 Uhr
Antikörper auch für COPD-Patienten?

Antikörper auch für COPD-Patienten?

Könnten die neuen Antikörper auch Patienten mit chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) das Leben erleichtern? Bislang dominieren Raucherentwöhnung und Bronchodilatatoren die Therapie. »Hier sind die Ziele die Linderung der Symptome, die Reduktion von Exazerbationen und die Verbesserung des Gesamtzustands der Patienten«, erklärte Bendas. »Eine Reversibilität der eingeschränkten Lungenfunktion ist nicht realistisch.«

Eine COPD sei stark neutrophil getriggert, aber 20 bis 40 Prozent der Patienten haben eine erhöhte Eosinophilenzahl. Der IL-5-Antikörper Mepolizumab konnte die Rate an Exazerbationen senken, aber die pulmonale Aktivität nicht verbessern. Benralizumab erreichte keine Reduktion der Exazerbationen. Dagegen weckte die Phase-III-Studie BOREAS kürzlich Hoffnung (DOI: 10.1056/NEJMoa2303951): Mehr als 900 Patienten mit unkontrollierter COPD erhielten zusätzlich zu einer Standard-Tripletherapie noch Dupilumab 300 mg oder Placebo alle 14 Tage subkutan. Die Zugabe des Antikörpers verbesserte Lungenfunktion und Lebensqualität und reduzierte Atemwegsbeschwerden und Exazerbationen.

Auch Diabetesmedikamente könnten COPD-Patienten helfen. »Etwa 15 bis 25 Prozent der COPD-Patienten haben  Diabetes. Diese Erkrankungen sind pathophysiologisch assoziiert, denn bei beiden liegt eine neutrophil getriggerte Inflammation vor.« Kürzlich konnte eine Studie zeigen, dass GLP-1-Analoga das Risiko schwerer und mittlerer Exazerbationen um 30 bis 37 Prozent im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen senken. SGLT-2-Inhibitoren reduzierten schwere Exazerbationen um 38 Prozent, während DPP4-Inhibitoren einen mäßigen Effekt hatten (DOI: 10.1136/bmj-2022-071380).

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