Eine Nasendusche empfiehlt sich unter anderem bei Erkältung, Heuschnupfen und trockenen Schleimhäuten. / © Getty Images/AndreyPopov
Wer in staubreicher Umgebung, an Orten mit Schadstoff- oder Rauchentwicklung arbeitet oder sich in Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit aufhält, hat ein erhöhtes Risiko für trockene und gereizte Nasenschleimhäute. Gleiches gilt während der Erkältungs- und/oder Allergiezeit sowie für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes. Nicht zuletzt können Arzneimittel eine trockene Nase begünstigen, allen voran der übermäßige Gebrauch von topischen α-Sympathomimetika.
In einer gesunden Nasenschleimhaut produzieren Becherzellen einen Feuchtigkeitsfilm, der auch Schleimstoffe enthält. An diesem bleiben Fremdstoffe aus der Atemluft idealerweise haften. Anschließend transportiert das Flimmerepithel der Nasenschleimhaut die Fremdstoffe Richtung Rachenraum, wo sie verschluckt oder ausgespuckt werden. Ist die Schleimhaut zu trocken, kann sie ihre Funktionen nicht mehr erfüllen. Häufig kommt es zu einem Brennen oder Jucken in der Nase oder sie fühlt sich verstopft an. Werden dann abschwellende Nasensprays verwendet, kann dies die Beschwerden langfristig noch verstärken. Auch Nasenbluten ohne erkennbare Ursache sowie Riechstörungen, verminderte Wahrnehmung von Gerüchen, gehören zu den möglichen Symptomen. Aber: Auch neurologisch-psychiatrische Erkrankungen können mit einer veränderten Riechvermögen einhergehen. Dazu gehören beispielsweise Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose.
Ein effektives Reinigungsprogramm für Nase und Nebenhöhlen sind Nasenduschen. Sie werden mit einer isotonen Salzlösung befüllt (etwa Emser® Nasendusche) oder sind bereits gebrauchsfertig (etwa Kamillosan® Ocean; enthält zusätzlich Kamillenblüten-Fluidextrakt). Krankheitserreger, Pollen und Schadstoffpartikel werden ausgespült. Eine Nasendusche eignet sich auch für Personen, deren Nasenschleimhaut auf den Sprühnebel von (befeuchtenden) Nasensprays mit einer mechanischen Reizung reagiert.
Nicht immer werden Nasenduschen allerdings mit der ersten Anwendung akzeptiert. Wichtig ist, auf eine lauwarme Temperatur der Spüllösung zu achten. Mitunter wird gefragt, ob es nicht auch das Kochsalz aus der Küche sein darf. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies häufig nicht so gut vertragen wird und nach mehrfacher Verwendung ein brennendes Gefühl in der Nase auftreten kann. Zwei Gründe kommen dafür infrage: eine falsch eingestellte Konzentration und/oder ungeeignete Zusätze, zum Beispiel Rieselhilfen.
Steht eine Befeuchtung im Vordergrund, kommen auch Vernebler (etwa Emser®, Beurer® oder Pari®) infrage, die ebenfalls mit der dafür vorgesehenen Sole (zum Beispiel Emser® Inhalationslösung) oder isotonischer Kochsalzlösung befüllt und über eine entsprechende Maske inhaliert werden. Sie arbeiten unter anderem mit Ultraschall oder einer Schwingmembran und liefern so feinste Teilchen der Inhalationslösung.
Wer viel unterwegs ist und/oder sich längere Zeit in Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit aufhält, für den können befeuchtende Nasensprays eine sinnvolle Alternative oder auch eine Ergänzung zur Nasendusche sein. Sie enthalten ebenfalls isotone Sole- oder Meersalzlösung (etwa Emser® Nasenspray) sowie pflegende und befeuchtende Substanzen, zum Beispiel heilungsförderndes Dexpanthenol (etwa Mar® plus), Hyaluronsäure (zum Beispiel Hysan® Hyaluronspray), Ectoin (zum Beispiel Pari Protect®). Letzteres bildet einen luftdurchlässigen Hydrofilm auf der Schleimhaut und unterstützt die natürliche Barrierefunktion der Schleimhaut. Über eine Regulation des Flüssigkeitshaushalts besitzt es außerdem abschwellende Eigenschaften.
Auch Nasenöle (etwa Coldastop® oder Gelositin®) oder Nasensalben (etwa Nisita® oder Bepanthen®) können bei trockener Nase zum Einsatz kommen. Sie lösen Borken und Krusten ab und reduzieren deren Neubildung. Kombiniert mit einer Nasenspülung können diese entfernt werden, ohne dass neue Verletzungen der Schleimhaut entstehen. Sie dürfen allerdings bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden, da bei ihnen das Risiko für eine Lipid-Pneumonie besteht.