| Daniela Hüttemann |
| 05.10.2026 09:00 Uhr |
Im 5A-Modell wird zunächst der Rauchstatus abgefragt (Ask). Es folgt das Anraten des Rauchverzichts (Advice). Im dritten Schritt stellt man fest, wie groß die Bereitschaft des Patienten ist (Assess). Im vierten Schritt (Assist) bietet man konkrete Hilfe an. Hier sei auch eine ergänzende individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) denkbar, findet Richling, zum Beispiel eine konkrete Beratung zu den verschiedenen Nikotinersatzprodukten oder auch evidenzbasierte Verhaltenstipps. »Unsere Beratungsleistung ist schließlich etwas wert.« Schritt 5 (Arrange) betrifft das Ausmachen eines Follow-up-Termins.
»Nutzen Sie keine Sätze, die zur Konfrontation führen, sondern zeigen Sie Empathie und Verständnis und lassen Sie den Patienten selbst entscheiden«, betonte die Referentin. Manchmal helfen wertneutrale Fragen wie »Was spricht für Sie und was gegen das Rauchen?«. Die stärksten Motivatoren sind individuell.
Richling rät Aufhörwilligen, den Lebenspartner und das Umfeld einzubeziehen und um Unterstützung zu bitten. Vor dem Stopp hilft eine Strichliste, um sich die konsumierte Menge vor Augen zu führen und womöglich schon vor dem Tag X zu reduzieren. Wer dann noch ausrechnet, wie viel Geld er spart, hat einen zusätzlichen Anreiz.
Für typische Situationen, in denen man zur Zigarette greifen will, sollte man sich eine Alternative überlegen oder sie, wenn möglich, meiden, zum Beispiel die Pause nicht mit den rauchenden Kollegen verbringen. Vielleicht fürchtet der Aufhörwillige auch eine Gewichtszunahme. Dann können Ernährungstipps hilfreich sein.
Bei starker Abhängigkeit kann die Apotheke darauf hinweisen, dass mittlerweile Nikotinersatzprodukte und Vareniclin zur Entwöhnung erstattungsfähig sind. Sie müssen dafür allerdings ärztlich verordnet werden. Gleiches gilt für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie »Nichtraucherhelden« und »Smoke Free App«.
»Fangen Sie am besten jetzt schon an. Das schärft das Profil der öffentlichen Apotheke als Teil des Präventionsangebots, und das besonders niederschwellig. Der Bedarf ist hoch«, motivierte Richling die rund 250 Kongressteilnehmenden.