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Glaskörpertrübung
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Pünktchen sehen – Grund zur Sorge?

Viele kennen sie: störende kleine Punkte und Wolken im Sichtfeld. Aber sind sie ein Grund zur Sorge? Oder darf man diese sogenannten Glaskörpertrübungen im wahrsten Sinne des Wortes übersehen?
AutorKontaktdpa
Datum 27.09.2024  09:00 Uhr

Wann zum Augenarzt?

Immerhin: In der Regel darf man davon ausgehen, dass die Glaskörpertrübungen harmlos sind und kein Handeln erfordern. Treten sie jedoch besonders plötzlich oder gehäuft auf oder gehen mit Lichtblitzen einher, empfiehlt sich der Gang zum Augenarzt oder zur Augenärztin. »Dann sollte man andere Ursachen unbedingt abklären bzw. ausschließen«, sagt Pollhammer. »Entzündungsprozesse können beispielsweise Zellen und andere Partikel in den Glaskörper freisetzen und so Trübungen verursachen.« Auch andere ernsthafte Erkrankungen gilt es auszuschließen, wie eine Netzhautablösungen oder eine diabetische Retinopathie, eine durch Diabetes verursachte Augenerkrankung.

Nicht zuletzt sind ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Augenuntersuchungen ohnehin empfehlenswert, um die klassischen Alterskrankheiten früh zu entdecken. Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei starken Trübungen Für die meisten Menschen sind Glaskörpertrübungen also ein ertragbares Übel. »Sind die Trübungen jedoch stark ausgeprägt oder beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich, dann kann unter Umständen ein chirurgischer Eingriff angezeigt sein«, sagt Hoerauf.

Therapie bei Glaskörpertrübungen

Bei der sogenannten Vitrektomie wird der Glaskörper chirurgisch entfernt und durch Flüssigkeit ersetzt. Dies macht den Glaskörpertrübungen zuverlässig den Garaus, birgt aber Risiken. Es kann zu Infektionen kommen oder auch »zu einer seltenen, dafür aber sehr schwerwiegenden Komplikation, nämlich einer Netzhautablösung«, sagt Hoerauf. Dann muss sehr schnell erneut operiert werden. Je nach Ausmaß der Ablösung kann es zum Verlust des Lesevermögens kommen.

Noch ein Problem der Vitrektomie: »Immer tritt, zwar in längerem zeitlichen Abstand, aber sicher nach einer Glaskörperoperation ein Grauer Star auf, also eine Trübung der Linse«, sagt Hoerauf. Ab einem gewissen Alter würden Netzhautchirurgen daher die Vitrektomie mit einer Operation für den Grauen Star kombinieren. Die Linse wird dabei durch eine Kunstlinse ersetzt.

Eine andere, neuere Möglichkeit ist die Vitreolyse per Laser: Dabei werden die Kollagenfasern im Glaskörper zerkleinert. »Allerdings eignet sie sich nur für bestimmte Formen der Trübung, wenn diese nicht zu dicht vor der Netzhaut liegen«, sagt Augenarzt Hoerauf. Völlige Beschwerdefreiheit erreicht man damit zwar nicht, sie kann die störenden Schlieren und Punkte aber deutlich verkleinern.

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