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Baden-Württemberg
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Protest-Veto – Ministerium erklärt sich

Die Quote gänzlich geschlossener Apotheken am 23. März dürfte in Baden-Württemberg etwas geringer ausfallen als in anderen Bundesländern – wegen eines Vetos des Sozialministeriums. Apotheker Tim Laufer fragte im Ministerium nach den Beweggründen und erhielt eine vielschichtige Antwort.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 19.03.2026  11:30 Uhr
»In der Gesamtschau kann nicht zugestimmt werden«

»In der Gesamtschau kann nicht zugestimmt werden«

Der Sprecher des Ministeriums bittet um Verständnis, »dass in der Gesamtschau und unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf die Versorgungslage in Baden-Württemberg einer flächendeckenden Befreiung der Apotheken von der Dienstbereitschaft am Montag, den 23. März 2026, nicht zugestimmt werden kann«.

Das heißt übrigens im Umkehrschluss nicht, dass demjenigen ein berufsrechtliches Verfahren droht, der ohne Erlaubnis schließt. Zwar rief der LAV in der Folge auch nicht mehr zu ganztätigen Schließungen auf, erinnerte aber wie auch die LAK an die Regelung, wonach ausnahmsweise eine Öffnung für lediglich drei Stunden möglich ist.

Auch das Ministerium schreibt Laufer, dass der Apotheker selbstverständlich an einer der zentralen Demonstrationen teilnehmen könne – sofern der Betrieb der Apotheke gewährleistet sei. Und die LAK habe ja auch »auf alternative Protestmöglichkeiten hingewiesen«.

Ministerium kann Protestaktion nachvollziehen

Zum Schluss liefert das Ministerium aber noch eine inhaltliche Einschätzung – und zeigt Verständnis für die Apotheken. Es sei nachvollziehbar, »auf die seit 2013 nicht mehr angepasste Honorierung aufmerksam machen zu wollen«. Auch habe sich Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) persönlich immer wieder für die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken eingesetzt – insbesondere im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Das Ministerium unterstützt zudem die Durchführung von Impfungen in Apotheken. »Aktuell setzen wir uns für eine Erweiterung der Impfangebote – etwa um FSME und andere Totimpfstoffe – ein.« Während der Corona-Pandemie habe man die Apotheken unterstützt und sich etwa dafür eingesetzt, dass deren Testleistungen von der Umsatzsteuer befreit wurden.

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