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Darm-Hirn-Achse
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Probiotika zeigen Potenzial bei kognitiven Störungen

Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota könnte bei der Alzheimer-Krankheit eine größere Rolle spielen als bislang angenommen. Eine placebokontrollierte Studie aus Südkorea liefert jetzt Hinweise darauf, dass die Einnahme bestimmter probiotischer Bakterien nicht nur Alzheimer-assoziierte Biomarker beeinflussen, sondern auch einzelne kognitive Fähigkeiten bei Menschen mit beginnenden Gedächtnisstörungen verbessern könnte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 20.10.2026  16:20 Uhr
Entzündungshemmung als möglicher Wirkmechanismus

Entzündungshemmung als möglicher Wirkmechanismus

Als mögliche Erklärung für die beobachteten Veränderungen diskutieren die Forschenden die immunmodulatorischen Eigenschaften der eingesetzten Bakterienstämme.

Die Darm-Hirn-Achse umfasst ein komplexes Netzwerk neuronaler, endokriner, immunologischer und metabolischer Kommunikationswege. Veränderungen der Darmmikrobiota können die intestinale Barrierefunktion beeinflussen, systemische Entzündungsreaktionen auslösen und möglicherweise auch neuroinflammatorische Prozesse verstärken.

Den drei eingesetzten Bakterienstämmen werden unterschiedliche biologische Eigenschaften zugeschrieben. Bifidobacterium animalis subsp. lactis kann die intestinale Barrierefunktion unterstützen. Für Limosilactobacillus fermentum wurden in experimentellen Untersuchungen entzündungshemmende Wirkungen beschrieben, während bestimmte Stämme von Levilactobacillus brevis Gamma-Aminobuttersäure (GABA) produzieren und antioxidative Eigenschaften besitzen.

Tatsächlich fanden die Forschenden Hinweise auf eine selektive Beeinflussung entzündlicher Signalwege. So nahm die Plasmakonzentration des proinflammatorischen Zytokins Interleukin-1β (IL-1β) in der Probiotikagruppe stärker ab als unter Placebo. Für andere untersuchte Entzündungsmarker, darunter IL-6, TNF-α und Interferon-γ, wurden dagegen keine signifikanten Unterschiede festgestellt.

Noch kein Beleg für eine Alzheimer-Prävention

Trotz der interessanten Ergebnisse ist eine zurückhaltende Interpretation erforderlich. Die Untersuchung war mit 87 auswertbaren Teilnehmern relativ klein und auf 24 Wochen begrenzt. Zudem waren nicht alle Teilnehmer durch eine Amyloid-PET als Alzheimer-positiv charakterisiert. Bei Studienbeginn wiesen 50 Prozent der Probiotikagruppe und knapp 64 Prozent der Placebogruppe einen positiven Amyloidbefund auf.

Für die pharmazeutische Praxis bedeutet dies somit noch keine Empfehlung zur Einnahme von Probiotika zur Alzheimer-Prävention oder -Therapie. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine spezifische Kombination dreier Bakterienstämme und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere probiotische Präparate übertragen.

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