| Brigitte M. Gensthaler |
| 21.01.2026 13:30 Uhr |
Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Frauen oft anders als bei Männern und wird oft gar nicht erkannt. / © Adobe Stock/Photographee.eu
Die Ärztinnen machten auf die deutlich höhere Sterblichkeit von Frauen bei Herzinfarkt aufmerksam. Da Frauen andere Symptome zeigen als Männer, werde der Infarkt oft nicht erkannt, kein Notarzt gerufen und kein Krankenhaus aufgesucht. Bereits in der präklinischen Phase bekämen Frauen seltener ein EKG, eine Reanimation oder Notfallversorgung.
Dass in Notfällen seltener reanimiert wird, kann banale Gründe haben, wie Rettungssanitäterin Nicola Winter berichtete. In Erste-Hilfe-Kursen würden männliche Puppen verwendet. »Die haben keine Brüste und tragen keinen BH.« In Notfallsituationen hätten vor allem Männer Scheu, bewusstlose Frauen anzufassen, partiell zu entkleiden und zu reanimieren. Sie plädierte daher für Erste-Hilfe-Trainings mit lebensnahen weiblichen Puppen, um Berührungsängste bei der Reanimation zu überwinden.
Eine Forderung, die auch die Healthcare Frauen unterstützen, wie Dr. Leonie Uhl, Mit-Initiatorin von #GoRed und Sprecherin des HCF-Beirats, unterstrich. Die Initiative fordert zudem mehr und frühzeitige Prävention, eine gendersensible Medizin, die repräsentative Einbeziehung von Frauen in Studien und eine spezifische Auswertung sowie die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, unter anderem mit Ausweitung von Kampagnen zur Frauenherzgesundheit. »Wir sind auch Brückenbauerinnen zwischen Frauen, Medizin und Politik.«