| Jennifer Evans |
| 13.03.2026 07:00 Uhr |
Selbstvertrauen und Motivation der Mitarbeitenden einer Apotheke hängen stark vom Feedback der Kundinnen und Kunden ab. / © Adobe Stock/zinkevych
Generell ist die Hälfte der Befragten mit ihrem Arbeitsalltag in der Offizin zufrieden. 39 Prozent gaben an, zufrieden und rund 14 Prozent sogar sehr zufrieden zu sein. Weitere insgesamt rund 40 Prozent bewegen sich im oberen bis unteren Mittelfeld. Und mehr als 6 Prozent sind wenig oder gar nicht zufrieden in ihrem Job. Das hat eine bundesweite Umfrage im Auftrag der PZ via dem ApoChannel des Apothekenschulungsdienstleisters Marpinion unter knapp 2400 Teilnehmenden aus 767 Apotheken ergeben.
Ein anderes Licht auf die aktuelle Situation warf jedoch die Frage danach, ob die Arbeit die Apothekenteams – darunter Inhaber, Angestellte sowie PTA – regelmäßig mental belastet. Knapp 43 Prozent der mehr als 1800 Antworten, die sich diesbezüglich nicht enthielten, fielen mit Ja aus. Keine Belastung empfanden dagegen 57,3 Prozent.
Die Mehrheit der Befragten (56 Prozent), die eine stärkere mentale Belastung verspürte, war sich einig, dass sich diese in den vergangenen zwei Jahren noch verschärft hat. Und mehr als 27 Prozent berichteten zumindest von einem leichten Anstieg. Für gut 12 Prozent ist der Arbeitsalltag gleichgeblieben. Etwas entspannt hat sich die Lage für 4 Prozent.
Hauptgrund für die zunehmende mentale Belastung ist demnach Personalmangel beziehungsweise eine Unterbesetzung im Team (57,7 Prozent). Auf Platz zwei landete das Thema Arbeit unter hohem Zeitdruck (47,7, Prozent), gefolgt von Organisations- und Bürokratieaufgaben, die den Patientenfokus überlagern (47,4 Prozent). Bei der Nennung der Gründe war eine Mehrfachauswahl möglich.
Unter der Stimmung oder Spannungen im Team beziehungsweise fehlender Anerkennung und Wertschätzung leiden nach eigenen Angaben 42,4 Prozent beziehungsweise 40,5 Prozent der Teilnehmenden. Als weiteres Problem sehen 33,9 Prozent auch die häufigen Konflikte mit Kunden, Ärzten oder Krankenkassen. Wechselnde oder unklare gesetzliche Vorgaben machen 32,8 Prozent im Alltag zu schaffen.
Existenzängste angesichts der Zukunft von Vor-Ort-Apotheken plagen 27,5 Prozent. 25,7 Prozent zieht die weniger gute Organisation der Arbeitsabläufe runter. Angst vor Abgabefehlern (23,4 Prozent) oder emotional belastenden Kundengesprächen (21,2 Prozent) spielen hingegen eine geringere Rolle.