| Ev Tebroke |
| 16.03.2026 11:30 Uhr |
Als Vertreterin des Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sprach Staatssekretärin Dagmar Neukirch (SPD) beim Sächsischen Apothekertag in Chemnitz zu den Apothekerinnen und Apothekern. / © PZ/Tebroke
Der 22. Sächsische Apothekertag (SAT) stand politisch ganz im Zeichen der anstehenden Apothekenreform. Und er verdeutlichte, wie sehr die Landespolitik die Sorgen der Apotheker und deren Kritik an Kernpunkten des Apothekenreformgesetzes ernst nimmt.
Göran Donner, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer (SLAK), machte in seiner Eröffnungsrede in der Stadthalle Chemnitz noch einmal deutlich, welche Punkte sie beim Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dringend nachjustiert haben wollen. Allem voran steht die Erhöhung des Fixums von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro. Im Koalitionsvertrag versprochen, bleibt die Politik dies bislang schuldig. Dabei stehen die Apotheken unter großem wirtschaftlichem Druck – immer mehr Apotheken schließen. In Sachsen sind von ehemals 1000 Apotheken nur noch 864 am Netz – und der Abwärtstrend ist auch bundesweit ungebrochen.
»Wirtschaftlicher Erfolg ist auch maßgeblich für die Gewinnung von Nachwuchs und Nachfolge« unterstrich Donner. Auch eine auskömmliche PTA-Vergütung ist demnach dringend notwendig, um den Beruf für junge Menschen attraktiver zu machen. Derzeit liegt die Vergütung mit 15,60 Euro nur knapp über dem Mindestlohn von 13,90 Euro.
Eine Erhöhung des Fixums kostet die Kassen rund 950 Millionen Euro. Dass dafür kein Geld da sein soll, wie Kritiker der Erhöhung vorgeben, lässt Donner nicht gelten. Den Ärzten seien zuletzt aus Beitragsmitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mal eben 2 Milliarden Euro Honorarerhöhung gewährt worden.
Der Kammerpräsident forderte in Richtung Politik: »Erhöhen Sie das Fixum schnellstmöglich! Wir brauchen es dringend und haben es auch verdient.« Das Apothekenhonorar war zuletzt 2013 geringfügig erhöht worden.