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Schmerzensgeld für schlechten Service

Datum 18.08.2003  00:00 Uhr

Schmerzensgeld für schlechten Service

von Daniel Rücker, Eschborn

Die Gmünder Ersatzkasse (GEK) war immer schon ein Vorreiter in Sachen Kundenfreundlichkeit. Jetzt kann sie ihren Versicherten einen echten Knaller anbieten.

Wer krank ist und Arzneimittel benötigt, kann diese jetzt noch komfortabler beziehen. Statt umständlich die Medikamente am selben Tag aus der Apotheke abzuholen, darf der Patient sie bei der Europa-Apotheek in Venlo beziehen.

In einem Brief an die Versicherten erläutert die Kasse die wirklich gewichtigen Vorteile der Europa-Apotheek gegenüber den echten Apotheken: Der Kunde muss höchstens eine Woche auf die Arzneimittel warten, er muss keine Versandkosten bezahlen, die Europa-Apotheek ist sogar telefonisch erreichbar und berät bei Bedarf sogar die Patienten. Ein Arzneimittelpass ist auch im Angebot. Alles Dinge, bei denen die echten Apotheken vor Neid erblassen müssen. Wer kann seinen Kunden schon eine Woche Wartezeit bieten?

Dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt, weiß wohl auch die GEK und lockt ihre Patienten mit Geld. Wer diese als Vorzüge angepriesenen Nachteile hinnimmt, der wird mit einem Bonus von 3 Prozent des Arzneimittelpreises belohnt, Diabetiker erhalten wie auch immer geartete „Sonderkonditionen“. Selbst wenn man außer Acht lässt, dass es wohl rechtlich fragwürdig und medizinisch völlig kontraproduktiv ist, Patienten für die Einnahme von Arzneimitteln zu belohnen, ist der Betrag in der Regel wohl eher ein Schmerzensgeld für die Unannehmlichkeiten, die mit dem Bezug über die Europa-Apotheek verbunden sind. Auch GEK-Versicherten dürfte dies nicht verborgen bleiben. Top

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