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Literatur & Verhalten
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Poirot – ein Rätsel bleibt noch ungelöst

Der belgische Detektiv Hercule Poirot ist bekannt für seine Extravaganz und Ordnungsliebe. Unter den Fans haben seine Charaktereigenschaften zu Spekulationen geführt, ob er autistisch sein könnte. Was spricht für diese These?
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 25.09.2023  07:00 Uhr

Zentral sind Ordnung und Methode 

Missverständnisse entstehen außerdem immer wieder, wenn der Belgier mit anderen Personen interagiert oder kommuniziert. »Poirot hält sich weniger an gesellschaftliche Normen und Gepflogenheiten und betrachtet jede Figur als Individuum, unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht oder sozioökonomischen Status«, so Ellis und Bernthal-Hooker. Christie habe oft mit den Vorurteilen ihrer Leserschaft gespielt, während der Detektiv gezwungen war, über diese hinwegzusehen.

Die entscheidenden Tools, mit denen der Profi-Schnüffler seine Verbrechen aufklärt, sind Ordnung und Methode. Auch seine Umgebung – inklusive Hastings – muss stets sauber und ordentlich sein. Strenge Routinen herrschen bei Poirot rund ums Essen. Zum Frühstück darf es nur Toast in perfekt geschnittenen kleinen Quadraten sein. Dabei ist der Belgier sehr eigen. »Autisten finden oft Trost in der Vertrautheit und im Essen der gleichen oder sicheren Lebensmittel«, so die Wissenschaftler.

Und noch weitere Hinweise gibt es: Poirot trägt enge Lackschuhe. »Diese Gewohnheit hat wohl sensorische Gründe, was für Autisten und ihr Wohlbefinden sehr wichtig ist«, berichten Ellis und Bernthal-Hooker. Außerdem schätzt die Romanfigur es, wenn sie die passende Umgebung für ihre Sinne hat, um in Ruhe nachdenken und die Beobachtungen verarbeiten zu können.

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