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Parenterale Zubereitungen
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Pharma-Verbände warnen vor Biopharmazeutika-Austausch

Führt der Gesetzgeber die automatische Substitution von Biopharmazeutika in der Apotheke ein, sieht die Industrie rot für die Arzneimitteltherapie- und Versorgungssicherheit. Welche Gründe noch dagegensprechen, erläuterten die Verbände nun in einem gemeinsamen Statement.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 17.03.2023  11:45 Uhr

Ärzte bekommen keine Rückmeldung

Für die Arzneimitteltherapie- und Versorgungssicherheit ist aus Sicht der Industrie vor allem die Rolle der Ärzte zentral. »Sie müssen zum Beispiel gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten die Therapie und die Device-Anwendung auswählen, erläutern und überwachen«, heißt es in dem Positionspapier. Und: Die Mediziner müssten für eine erfolgreiche Behandlung ihre Therapiefreiheit und -hoheit behalten. Unter den aktuell gültigen Bedingungen haben die Ärzte nämlich nicht unbedingt Rückmeldung über das tatsächlich abgegebene Arzneimittel in der Apotheke. Aus Sicht der Industrieverbände sind damit Haftungsfragen offen. Vor diesem Hintergrund bemängeln sie aber auch, dass die Telematik-Infrastruktur (TI) noch nicht stehe sowie das E-Rezept nicht verpflichtend sei. Auch über digitale Tools hätten sie daher derzeit keine Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen.

Angesichts der aktuellen Lieferengpässe von Arzneimitteln appelliert die Industrie außerdem an den Gesetzgeber, dass sich die Fehler aus dem Generika-Markt nicht wiederholen dürfen. Die Verbände befürchten, dass durch eine Mehrfachregulierung künftig die Biopharmazeutika-Produktion abwandern könnte und dann Marktverengungen auch in diesem Bereich die Folge wären.

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