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Neurodermitiker stadiengerecht betreuen

Datum 19.11.2001  00:00 Uhr
PHARMAZEUTISCHE BETREUUNG

Neurodermitiker stadiengerecht betreuen

Vielfältige Erscheinungsbilder, akute Krankheitsphasen und Rezidive sorgen bei Neurodermitis-Patienten für einen hohen Leidensdruck. Apotheken sind gerade bei solchen Patienten gefordert. Viele Betroffene wünschten sich eine fachlich kompetente Beratung in der Apotheke, erläuterten Kathrin Büke und Doris Herre aus Berlin. Eine intensive Betreuung könne die medizinische Versorgung optimieren und bei den Patienten ein eigenverantwortliches und stadiengerechtes Therapieverhalten fördern.

Wichtige Aufklärungsarbeit kann der Apotheker besonders in punkto Hautpflege leisten, betonte Büke. Hier sieht die Referentin noch großen Nachholbedarf. Viele Neurodermitis-Patienten beherzigten nach wie vor die Devise: "möglichst wenig Wasserkontakt". Büke empfahl, möglichst nach jeder Reinigung die Haut mit einer rückfettenden Pflege zu behandeln. Zum Schutz eigneten sich je nach Hautstatus Lotionen, Cremes oder Salben vom W/O- oder O/W-Typ, möglichst mit Harnstoff-Zusatz. Abraten sollte der Apotheker von Vaseline, Melkfett oder Ölen. Auch der Nutzen von Polydocanol sei eher begrenzt, bemerkte die Referentin. Eher kritisch bewertete sie auch die systemische Gabe von Antihistaminika, um den Juckreiz zu lindern. Deren Wirksamkeit sei begrenzt, die Produkte erfüllten oft nicht die Erwartungen der Patienten.

Apothekerinnen und Apotheker, die Neurodermitiker betreuen, sollten auf eine stadiengerechte Therapie achten, erläuterte das Moderatorenteam. Hierzu muss zunächst der Hautzustand eingeschätzt werden. Dann sollten Rezepturen sowie Fertigarzneimittel hinsichtlich ihrer Wirk- und Hilfsstoffe analysiert werden. Zudem seien Patienten für jeden Hinweis dankbar, wie sie ihren Juckreiz zusätzlich stillen können.

Die Workshopteilnehmer entwickelten anschließend mit Hilfe von Fallbeispielen verschiedene Beratungsstrategien.

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