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Durchschnittlich 42 Tage 
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Patienten warten immer länger auf Facharzttermine 

Gesetzlich Versicherte müssen immer länger auf Termine beim Facharzt warten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) räumt ein, dass die bisherigen Maßnahmen nicht zu einer Verbesserung geführt haben und will das Problem mit einem Primärversorgungssystem von Grund auf lösen. 
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 05.02.2026  09:42 Uhr
Patienten warten immer länger auf Facharzttermine 

Im Schnitt dauert es in Deutschland inzwischen sechs Wochen bis zu einem Facharzttermin. Deutschlands Hausärzte zeigen sich von den gestiegenen Wartezeiten – durchschnittlich 42 Tage – alarmiert. Die Chefin des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, forderte Tempo bei angekündigten Reformen.

Nach einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Linken-Anfrage betrug bei gesetzlich Versicherten, die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin gewartet haben, die Wartezeit 2024 durchschnittlich 42 Tage. 2019 waren es erst 33 Tage. Zählt man Patienten mit Termin am selben Tag dazu, waren im Schnitt noch 36 Tage zu warten. Die Antwort auf Basis einer Versichertenbefragung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, die »Rheinische Post« hatte zuerst berichtet.

»Politik doktert herum«

Buhlinger-Göpfarth sagte der »Rheinischen Post«: »Seit Jahrzehnten doktert die Politik an den Symptomen eines zunehmend überlasteten Gesundheitswesens rum.« Trotz hoher Facharztdichte warteten die Menschen teils sehr lange. Entscheidend sei, dass das geplante Primärversorgungssystem zeitnah ausgerollt werde.

Durch die Reform sollen die Versicherten dann in der Regel zuerst zum Hausarzt gehen. Das soll auch die Facharzttermine beschleunigen, wenn wirklich benötigt.

Die Linke-Gesundheitspolitikerin Julia-Christina Stange nannte bestehende Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere Termine einen »Rohrkrepierer«. Angesichts explodierender Beiträge fragten sich die Menschen zu Recht, »wessen Interessen hier eigentlich bedient werden«.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz verwies in der Zeitung auf Gebühren für Hausärzte für die Vermittlung von Facharztterminen. Vorstand Eugen Brysch sagte, die guten Absichten dahinter seien von der Ärzteschaft torpediert worden. »Nina Warken ist aufgefordert, die Gelddruckmaschine abzustellen.« Gesundheitsministerin Warken (CDU) fehle der Mut, die Gebühren zu streichen. Haus- und Fachärzte könnten weiter Kasse machen.

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