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Lauterbach räumt Fehler ein
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Pandemie-Regeln für Kinder »zum Teil zu streng«

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Fehler der Politik in der Corona-Pandemie eingeräumt. Bei Kindern seien die Maßnahmen teils zu streng gewesen, Bildungsdefizite seien in Kauf genommen und Warnsignale übersehen worden.
AutorKontaktdpa
Datum 08.03.2024  12:50 Uhr

»Der größte Fehler war, dass wir bei den Kindern zum Teil zu streng gewesen sind und mit den Lockerungsmaßnahmen wahrscheinlich etwas zu spät angefangen haben«, sagte Lauterbach dem »Spiegel«. »Wir hätten mehr tun müssen, um Bildungsdefizite zu vermeiden, um das Bildungsangebot in den Schulen aufrechtzuerhalten.«

Und man habe die Zeit nicht genutzt, um die »katastrophale Digitalisierung« in den Schulen zu verbessern. »Wir haben den Kindern parallel zu wenig geboten, wir haben sie zu wenig psychotherapeutisch betreut. Wir haben Warnsignale übersehen«, sagte er.

Unterm Strich sei Deutschland aber »sehr gut« durch die Pandemie gekommen – gemessen auch daran, dass die Bevölkerung relativ alt sei. »Jeder hat auch Fehler gemacht, aber unsere Gesamtbilanz ist gut.«

Technisch mittlerweile gut vorbereitet, gesellschaftlich nicht

Technisch sei Deutschland heute viel besser auf die nächste Pandemie vorbereitet. »Wir können zu jedem Zeitpunkt viel schneller als vorher international und auch in Deutschland Impfstoffe entwickeln und produzieren. Wir haben sehr viel mehr Schutzmaterial zur Verfügung und sind unabhängiger von Lieferketten.«

Als Gesellschaft sei Deutschland aber schlechter vorbereitet. Es gebe »eine massiv mobilisierte Untergruppe«, die stark mit den AfD-Wählern überlappe, Infektionsschutzmaßnahmen ablehne und gegen Impfungen sei. »Sie würde jede künftige Pandemie politisch in der Bewältigung erschweren.«

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