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| dpa |
| 31.03.2026 08:00 Uhr |
Aber woran liegt es, dass die einen positiver durchs Leben gehen als die anderen? »Es gibt eine genetische Komponente«, sagt Schütz, »man kann sich optimistische Sichtweisen aber auch aneignen.« Rief erklärt es so: Wer als Kind in bestimmten Situationen positive Erfahrungen macht, wird auch als erwachsener Mensch an ähnliche Situationen positive Erwartungen haben. Wollen Sie Ihre Denkweise verändern, können Sie üben, die Dinge anders zu sehen, den eigenen Standpunkt zu ändern.
Seien Sie sensibel für positive Erfahrungen, wie klein sie auch sein mögen. Ein Dankbarkeitstagebuch kann dabei hilfreich sein. Halten Sie beispielsweise abends fest, was am Tag gut lief und was Ihr eigener Anteil daran war. Sich mit Freunden treffen, die einem guttun, oder Sport zu treiben, also positive Ereignisse zu produzieren, kann ebenfalls zu einer positiveren Sicht der Dinge beitragen. »Unsere Studien haben gezeigt, dass auch diese kleinen Dinge wirken«, sagt Schütz.
Und kommen doch einmal sehr negative Gedanken auf, kann man sich bewusst immer wieder »Stopp« vorsagen. Oder sich symbolisch vorstellen, dass man die negativen Gedanken in Form eines Monsters einsperrt. Das heißt aber auch, man muss sich die Zeit nehmen, sich mit den negativen Gedanken auseinanderzusetzen, sonst bleibt die Übung ohne positiven Effekt.
Negative Emotionen nur wegzuschieben ist nicht zielführend. Auch Negatives gehört zum Leben dazu und wir dürfen es zulassen. »Man kann sich über Positives mehr freuen, wenn man den Kontrast des Negativen wahrnimmt«, sagt Schütz.
Derartige Gedankenübungen können helfen, sich von pessimistischen Menschen und deren ansteckender schlechter Stimmung abzugrenzen. Falls sich die Person darüber hinaus nicht meiden lässt, lässt sich vielleicht der Kontakt reduzieren. Oder man spricht das Verhalten beziehungsweise die negative Sichtweise konkret an, hält vielleicht sogar bewusst dagegen, wenn man dazu die Kraft und Energie hat. Das wird sicherlich nicht jeden Tag der Fall sein.