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Zwischen Naivität und Stärke
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Optimismus liegt zum Teil in den Genen

Optimismus wirkt sich auf die Gesundheit aus. Dabei verspricht er laut Studien etwa bessere Resilienz und höhere Lebenserwartung. Psychologen erklären, wie sich diese Haltung trainieren lässt, wenn einem die Anlage dazu fehlt.
AutorPZ
Autordpa
Datum 31.03.2026  08:00 Uhr

Optimismus gilt als Schlüssel für psychische Gesundheit, Resilienz und Lebenszufriedenheit. Doch was bedeutet er eigentlich? »Optimisten sind in der Regel Menschen, die gut mit ihren eigenen Schwächen umgehen und diese akzeptieren können«, sagt Winfried Rief, Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg. Diese Personen wissen: Es geht auch mal etwas daneben oder man schafft eine Aufgabe nicht, aber deswegen ist nicht die ganze Welt schlecht.

Wer optimistisch ist, erwartet von der Zukunft Positives. »Diese Sichtweise ist habituell«, also durch Gewohnheit geprägt, erklärt Professorin Astrid Schütz, die den Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Bamberg leitet. »Menschen, die optimistisch denken, erwarten in den unterschiedlichsten Situationen einen positiven Ausgang.« Dabei kann die voraussichtlich positive Zukunft von der eigenen Leistung abhängen, muss sie aber nicht.

Nativer oder funktionaler Optimismus

Die Forschung unterscheidet verschiedene Formen des Optimismus, etwa den naiven (oder defensiven) und den funktionalen Optimismus. Zur Veranschaulichung: Eine defensive Optimistin geht davon aus, dass ihr schon nichts passieren wird. Warum also einen Fahrradhelm aufsetzen? Dieser naive Optimismus kann wegen unterschätzter Gefahren riskant sein. Ein funktionaler Optimist dagegen sieht die Zukunft zartrosa, trägt aber seinen Teil zur Erfüllung dieser Annahme bei, ohne alle Vorsicht fahren zu lassen.

Grundsätzlich ist Optimismus ein Baustein, der hilft, zufriedener zu leben. Er steht im Zusammenhang mit besserer Gesundheit, und positiv denkende Menschen haben Rief zufolge eine höhere Lebenserwartung und mehr Erfolg im Beruf. »Offensichtlich gelingt es Menschen, die eine positive Erwartung haben, auch die eintretenden Ereignisse entsprechend anzubahnen.« Wer etwa fest daran glaubt, den neuen Job zu bekommen, wird wahrscheinlich positiver in das Bewerbungsgespräch gehen und damit seine Chancen verbessern.

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