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| 05.07.1999 00:00 Uhr |
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+++ Nachrichten +++
06.07.
Montezumas Rache ist bald verpufft05.07. Festbeträge werden nun in Köln gemacht
PZ. Die Festbeträge für Arzneimittel sollen künftig von einer neu zu
errichtenden Bundesoberbehörde in Köln erlassen werden. Dies sieht der Arbeitsentwurf
eines Festbetrags-Neuordnungsgesetzes vor. Der Entwurf enthält das Recht des
Bundesgesundheitsministeriums (BMG), die Befugnis zum Erlaß der Rechtsverordnung zur
Festbetragsfestsetzung an die neu zu errichtende Bundesoberbehörde "Deutsches
Institut für medizinische Dokumentation und Information" zu übertragen. Zu den
Aufgaben des Institutes gehört auch die Errichtung und der Betrieb datenbankgestützter
Informationssysteme. Zum Verfahren ist vorgesehen, daß das BMG Arzneimittelgruppen
bestimmt und Festbeträge auf Grundlage der vom Bundesausschuß Ärzte und Krankenkassen
sowie den Spitzenverbänden der Krankenkassen übermittelten Vorschläge festsetzt. Klagen
gegen Festbeträge können nur vor dem Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen erhoben
werden. Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung, jedoch kann auf Anfrage eine
einstweilige Anordnung erlassen werden, wenn die Gefahr besteht, daß Nachteile entstehen,
die nachträglich nicht mehr beseitigt werden können.
05.07. Erfolge im Kampf
gegen Hepatits C
dpa. Zwei wesentliche Fortschritte im Kampf gegen das Hepatitis-C-Virus
(HCV) sind deutschen und amerikanischen Forschern gelungen. Mainzer Wissenschaftler haben
erstmals Teile der Viren gezüchtet. "Jetzt können wir die Wirksamkeit von
potentiellen Arzneien in Zellkulturen testen und vielleicht sogar neue Angriffsziele für
Wirkstoffe finden", sagte der Mainzer Forscher Ralf Bartenschlager. "Das ist das
erste wirklich verläßliche Kultursystem für HCV." Es wird in der aktuellen Ausgabe
des Wissenschaftsmagazins "Science" vorgestellt. Zunächst wollen die
Mainzer Forscher untersuchen, wie sich die Vermehrung des HCV-Erbguts auf die Wirtszelle
auswirkt. "Wie bei Hepatits A und B bringt HCV die Zelle nicht um." Vielmehr
führe die Immunreaktion des Körpers maßgeblich zur Zerstörung der infizierten Zellen.
Die Frage ist: "Wie schafft es das Virus, dennoch zu überleben?"
Möglicherweise unterdrücke es die Immunantwort. HCV sei aber ebenfalls sehr variabel und
bilde laufend neue Formen. Amerikanische Wissenschaftler der University of Southern
California fanden gleichzeitig heraus, wie das Virus sich vor der Wirkung von Interferon
schützt. Ein Protein aus der Virushülle blockiert ein vom Interferon aktiviertes Enzym
sofort wieder, so daß ein eigentlich vorgesehener Abwehrmechanismus nicht in Gang kommen
kann.
05.07. Diabetes-Screening in
Apotheken
dpa. Jeder fünfte Diabetiker in Baden-Württemberg weiß nichts von seinen
erhöhten Blutzuckerwerten. Dies ergab eine Blutzucker-Testaktion der
Landesapothekerkammer Baden-Württemberg in 19 Städten des Landes. Wie Kammerpräsidentin
Karin Wahl mitteilte, hatten 5 443 Personen ihren Blutzuckerwert bestimmen lassen. 4 387
Testpersonen gaben an, keine Diabetiker zu sein. Tatsächlich hatten jedoch 716 einen
mäßig erhöhten, 204 einen stark erhöhten Blutzuckerwert. Hochgerechnet auf das Land
ergibt dies 625 000 Diabetiker, von denen 125 000 noch unentdeckt sind. Personen, in deren
Familie Diabetes aufgetreten ist, sollten sich regelmäßig testen lassen, empfahl Wahl.
"Aber auch dann, wenn sich viele kleine Anzeichen wie starker Durst,
Abgeschlagenheit, nächtliche Wadenkrämpfe oder verschwommenes Sehen häufen, ist eine
Blutzuckerkontrolle angezeigt." Diabetiker leiden gegenüber Stoffwechselgesunden
zwei- bis dreimal häufiger an Herzerkrankungen und Schlaganfällen sowie zehn- bis
zwanzigmal häufiger an Erblindungen und Fußerkrankungen.
02.07. Infektionen schützen vor
Melanomen
dpa. Häufige fieberhafte Infektionen senken das Risiko, an
Schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Nach einer Studie der Universität Göttingen ist das
Krebsrisiko bei Menschen, die eine Tuberkulose, eine Blutvergiftung oder eine
Lungenentzündung durchgemacht haben, signifikant verringert. "Es muß praktisch so
eine Art Feuerwerk abgelaufen sein, mit hohem Fieber und dann völliger Gesundung",
sagte Studienleiter Professor Klaus Kölmel von der Universitäts-Hautklinik Göttingen am
Freitag auf Anfrage. "Nur die überstandene Infektionskrankheit hat eine
risikosenkende Wirkung." Die Deutsche Krebshilfe hatte die Studie zum Zusammenhang
von Schwarzem Hautkrebs (Melanom) und Infektionen mit fast 230.000 Mark unterstützt. Als
wahrscheinliche Erklärung für die schützende Wirkung von Krankheiten nennt die
Organisation, daß das Immunsystem der Erkrankten durch die ständigen Herausforderungen
durch Viren und Bakterien gut trainiert ist und so auch Krebszellen leichter aus dem Feld
schlagen kann. In die Studie waren 603 Patienten mit Melanomen und 627 Gesunde aus sechs
Ländern aufgenommen worden.
02.07. Roche investiert in Penzberg
dpa. Der Schweizer Pharmakonzern Roche will sein Forschungszentrum
im oberbayerischen Penzberg weiter ausbauen. Dort würden für 170 Millionen Mark neue
Forschungsstätten gebaut, teilte Hoffmann-La Roche (Basel) mit. Damit entstünden in
Penzberg 300 weitere hochqualifizierte Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung für
die Konzerndivisionen Pharma und Diagnostics. Mit diesen Investitionen werde die
Strategie, Penzberg als High-Tech-Standort auszubauen, weiterverfolgt. Auch in der
Biotechnologieproduktion soll Penzberg eine führende Rolle im Konzern einnehmen. Nach
Fertigstellung der Neubauten im Jahr 2002 werden alle Aktivitäten im Werk Tutzing nach
Penzberg verlegt. Roche verfügt über sechs große Forschungszentren, die neben Penzberg
in der Schweiz, Japan, Großbritannien sowie an zwei Standorten in den USA liegen.
02.07. Roboter statt Herzchirurg
dpa. Mit Hilfe eines neuen Roboters sollen Herzoperationen an der
Frankfurter Uniklinik präziser und für Patienten schonender werden. Ärzte der Uniklinik
sprachen am Freitag von einer "zukunftsweisenden Operationstechnik" in der
Herzchirurgie. Der rund 1,6 Millionen Mark teure Roboter sei der dritte seiner Art in
Deutschland. Damit stehe der Uniklinik eine der "weltweit modernsten
Technologien" in der Herzchirurgie zur Verfügung. Der Vorteil für den Patienten
bestehe vor allem in der Verkleinerung des Zugangs zum Herzen. Für den Patienten seien
nach der Operation im Vergleich zu einer Öffnung des Brustkorbes über das Brustbein
praktisch keine Schmerzen zu erwarten, erläuterte Professor Anton Moritz, Direktor der
Klinik für Herzchirurgie an der Frankfurter Uniklinik. Das neue Operationsverfahren
ermögliche eine kürzere Rehabilitationszeit des Patienten und damit einen kürzeren
Aufenthalt im Krankenhaus, sagte die Verwaltungsdirektorin der Uniklinik, Irmtraud
Gürkan. Der Frankfurter Herzroboter ist der erste seiner Art in Deutschland an einem
öffentlichen Krankenhaus. Finanziert wurde er aus Bundes- und Landesmitteln sowie von
verschiedenen Stiftungen. Weltweit gibt es nur vier dieser Roboter. Die erste Operation
mit dem System wurde im Juni 1998 in Paris ausgeführt.
01.07. Senioren ohne Impfschutz
PZ. 86 Prozent der älteren Menschen sind nicht gegen Pneumokokken
geimpft, obwohl sie die häufigsten Erreger lebensbedrohlicher Pneumonien sind. Das ist
das Ergebnis einer Umfrage, an der 1030 Personen über 60 Jahre teilgenommen hatten,
meldet Pasteur Merieux in einer Pressemitteilung. Nur sechs Prozent der Senioren hätten
angegeben, gegen Pneumokokken geimpft zu sein, acht Prozent konnten über ihren Impfstatus
keine Auskunft geben. Ältere Menschen erkranken besonders häufig an
Pneumokokken-Pneumonien. Gründe dafür seien die altersbedingte Immunschwäche und
chronische Grundkrankheiten. Oft endeten die durch Streptococcus pneumoniae ausgelösten
Erkrankungen bei älteren Menschen tödlich: Die Sterblichkeitsrate liegt nach Angaben von
Pasteur Merieux bei etwa 40 Prozent. Gefährlich sei die Pneumokokken-Pneumonie auch
deshalb, weil der Verlauf meist untypisch ist. Die Ständige Impfkommission am
Robert-Koch-Institut (STIKO) hat daher ihre Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung im April
letzten Jahres auf alle über 60jährigen erweitert. Der bereits seit Mitte der 80er Jahre
eingesetzte Impfstoff sei gut verträglich und schütze vor schweren Erkrankungsverläufen
durch Infektion mit den 23 häufigsten Pneumokokken-Subtypen, berichtet Pasteur Merieux in
einer Pressemitteilung.
30.06."Gesundheitsreform
2000" im Bundestag
dpa. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) hat davor gewarnt, den
Interessenstreit im Gesundheitswesen auf dem Rücken der Patienten auszutragen. Die
Behandlung eines Patienten sei "der ungeeigneteste Zeitpunkt, über politische
Differenzen zu sprechen", sagte Fischer am Mittwoch bei der ersten Lesung der
"Gesundheitsreform 2000" im Bundestag. Ärzte hatten für den selben Tag
angekündigt, mit ihren Patienten über die von ihnen abgelehnte Reform sprechen zu
wollen. Mit dem Gesetz soll die Qualität des Gesundheitswesens zu stabilen
Beitragssätzen gesichert werden. Die Rolle der Hausärzte soll gestärkt werden. Die
Krankenkassen erhalten mehr Einfluß auf die Verteilung der jährlich rund 250 Milliarden
Mark Ausgaben auf die einzelnen Bereiche des Gesundheitswesens. Anstelle der bisherigen
Einzelbudgets soll es ein Globalbudget geben. Die Krankenhausfinanzierung wird
schrittweise bis 2008 voll auf die Krankenkassen übertragen. Vorsorge und Vorbeugung
werden verstärkt. Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates und
soll zum 1. Januar 2000 in Kraft treten. Die Bundestagsopposition von
CDU/CSU und FDP lehnte den Entwurf rundheraus ab. Die Patienten seien die Verlierer, sagte
der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Hermann Kues. Wolfgang Zöller (CSU)
warf SPD und Grünen die Fortsetzung einer Politik gegen den "kleinen Mann" vor.
Fischer wies die Kritik am Globalbudget zurück. "Jedes System muß mit
begrenzten Mitteln auskommen." Alternative zur Deckelung der Ausgaben wären
letztlich nur erhöhte Zuzahlungen der Patienten oder Steuererhöhungen.
30.6. Thermometer nur noch ohne
Quecksilber?
dpa. Die rot-grüne Bonner Koalition will aus Gründen des Gesundheitsschutzes
quecksilberhaltige Fieberthermometer verbieten. Einen entsprechenden Antrag brachten SPD
und Grüne am Mittwoch im Bundestag ein. Danach soll "die Produktion und das
Inverkehrbringen quecksilberhaltiger Fieberthermometer, Barometer oder Manometer,
insbesondere für private Anwender" verboten werden. Die Privathaushalte sollen durch
Öffentlichkeitsarbeit über die ordnungsgemäße Entsorgung von quecksilberhaltigen
Geräten aufgeklärt werden. Diese könnten durch Meßgeräte mit unschädlichen
Meßflüssigkeiten oder digitale Fieberthermometer ersetzt werden. Zur Begründung hieß
es, Quecksilberdämpfe seien hochgiftig und verursachten schwerste Erkrankungen beim
Menschen. Die SPD-Abgeordnete Jella Teuchner wies darauf hin, daß die Thermometer und
Barometer mit der Meßsäule aus Quecksilber leider noch immer in Millionen deutschen
Haushalten vorhanden seien. Bei unvorsichtigem Hantieren könne so ein Thermometer leicht
zerbrechen. Dann träten unzählige Quecksilberkügelchen aus. Das Quecksilber verdampfe
bereits bei normaler Raumtemperatur und sei beim Einatmen hochgiftig. So etwas gehöre
nicht in private Haushalte.
30.06. Neue Führungsspitze bei
Merck
dpa. Der größte US-Pharmakonzern Merck hat die Spitze seiner
Deutschland-Tochter ausgewechselt. Der 41jährige Stefan Oschmann löse Jürg Ambühl als
Chef der MSD Sharp & Dohme GmbH (Haar bei München) ab. Das teilte das Unternehmen am
Mittwoch mit. Nach sieben Jahre habe Ambühl (49) die Firma verlassen, hieß es ohne
nähere Angaben. Oschmann sei künftig zugleich als Vice President zuständig für das
Europageschäft des Konzerns, der nichts mit dem gleichnamigen Darmstädter
Chemieunternehmen Merck zu tun hat. Die Deutschland-Tochter MSD sieht sich selbst als
Nummer vier im hiesigen Markt für verschreibungspflichtige Medikamente und will
mittelfristig auf Platz eins vorstoßen. 1998 erzielte MSD mit 1 000 Beschäftigten einen
Umsatz von 800 Millionen DM. Die US-Mutter Merck & Co (Whitehouse Station/New Jersey)
erlöste im vergangenen Jahr mit 57 300 Beschäftigten 26,9 Milliarden Dollar (50,57 Mrd
DM/25,86 Mrd Euro).
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