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Coronainfektion vermeiden
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Ohne Maske kurz die Luft anhalten

FFP2-Masken zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen sind aus dem Straßenbild weitgehend verschwunden. Um sich ohne Maske vor einer Ansteckung zu schützen, könnte es helfen, bei Begegnungen mit anderen fünf Sekunden lang die Luft anzuhalten.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 07.11.2023  12:30 Uhr

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet sich hauptsächlich über ausgeatmete winzige Tröpfchen, die als Aerosol lange in der Luft bleiben. Durch das Tragen von Atemschutzmasken können Ansteckungen verhindert werden, doch eine Maskenpflicht besteht in Deutschland schon lange nicht mehr. Wie man bei kurzen Begegnungen mit anderen Menschen eine potenzielle Virusexposition vermeiden kann, ist deshalb eine Frage, die vor dem Hintergrund der derzeit sehr hohen SARS-CoV-2-Infektionszahlen aktuelle Relevanz besitzt.

Ein Team um Professor Dr. Takeshi Asai von der University of Tsukuba in Japan hat dies nun mithilfe einer lebensgroßen Puppe untersucht und die Ergebnisse bei »Scientific Reports« veröffentlicht. Die Puppe kann sich wie ein Mensch bewegen und dabei Mikropartikel durch den Mund »ausatmen«. Die Forschenden ließen die Puppe in verschiedenen Geschwindigkeiten an ihren Messgeräten vorbeilaufen (gehen, joggen, rennen und sprinten) und maßen, wie hoch die »Viruslast«, also die Konzentration an von der Puppe freigesetzten Mikropartikeln in der Luft, ausfiel und wie schnell sie nach der »Begegnung« wieder abnahm.

Die Messungen ergaben, dass die experimentelle Viruslast stets schnell anstieg, innerhalb von fünf Sekunden einen Peak erreichte und danach wieder schnell abfiel. Das galt für alle Geschwindigkeiten, mit denen die Puppe sich bewegte, und sowohl für eine unbelüftete Umgebung als auch für eine belüftete. Unter belüfteten Bedingungen war aber die absolute Konzentration von Mikropartikeln, die in der Luft maximal erreicht wurde, deutlich niedriger als unter unbelüfteten.

Um das persönliche Ansteckungsrisiko zu senken, raten die Forschenden daher bei Begegnungen mit anderen Menschen zu folgender Strategie: fünf Sekunden lang die Luft anhalten und dann (falls die Begegnung draußen stattfindet) in Windrichtung einatmen. Zusätzlich dazu sollte generell ein Mindestabstand von 1 m zu anderen eingehalten werden. Dies sei auch zur Verhinderung von Infektionen mit anderen Atemwegserregern, etwa Influenza, empfehlenswert. Diese Tipps sind sicherlich nicht falsch, ergänzend sollte aber gesagt sein, dass das Infektionsrisiko darüber hinaus auch maßgeblich vom eigenen Immunstatus und von der tatsächlichen Viruslast in der Atemluft des anderen abhängt, die im Verlauf einer Infektion abnimmt.

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