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Metaanalyse
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Nikotinhaltige E-Zigaretten vermutlich krebserregend

Der Konsum von nikotinhaltigen E-Zigaretten ist »wahrscheinlich krebserregend«: Er löst eventuell Lungen- und Mundhöhlenkrebs aus. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse australischer Forschender. Wie ist die Analyse zu bewerten?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 01.04.2026  16:20 Uhr
Alle Schlüsseleigenschaften von Karzinogenen erfüllt

Alle Schlüsseleigenschaften von Karzinogenen erfüllt

Professor Dr. Martin Widschwendter von der Universität Innsbruck betont, dass genau dies derzeit eine entscheidende Wissenslücke darstellt – die noch nicht geschlossen werden kann. Denn E-Zigaretten sind erst seit etwa 2010 breit verfügbar, Lungenkrebs hat aber eine Latenzzeit von 20 bis 40 Jahren. »Hinzu kommt, dass in den bisher verfügbaren Studien bis zu 97 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer auch Tabak geraucht haben, was die Isolierung eines eigenständigen Vaping-Effekts erschwert«, erklärt Widschwendter.

Die aktuelle Publikation hält er für sehr wertvoll: »Die mechanistische, epigenetische und präklinische Evidenz ist substanziell. Expositionsbiomarker zeigen bei E-Zigaretten-Nutzern deutlich erhöhte Spiegel bekannter Karzinogene – tabakspezifische Nitrosamine, volatile organische Verbindungen wie Acrylamid und Acrylnitril sowie Schwermetalle aus den Heizelementen, von denen viele bereits als IARC-Gruppe-1-Karzinogene klassifiziert sind.« Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC) bewertet Substanzen auf ihre Kanzerogenität. Die Aerosole aus E-Zigaretten erfüllten laut dem Experten alle zehn Schlüsselcharakteristika von Karzinogenen.

IARC-Bewertung für E-Zigaretten steht noch aus

Eine IARC-Bewertung für E-Zigaretten liegt noch nicht vor. Professor Dr. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg erwartet aber, dass die Organisation sie in den kommenden Jahren vornehmen wird. Mons hält nach der bisher verfügbaren Evidenz eine Einstufung als »möglicherweise karzinogen für den Menschen« (Gruppe 2B) für wahrscheinlich. »Für eine höhere Einstufung scheint die Datenlage noch nicht konsistent genug und nicht ausreichend stark.«

Die Autoren der vorliegenden Arbeit hätten in ihrer Analyse das karzinogene Potenzial von E-Zigaretten an sich beurteilt und nicht im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten, betont Mons. Insgesamt seien die Menge und Konzentration krebserzeugender Substanzen im Aerosol von E-Zigaretten deutlich geringer als im Tabakrauch, weshalb das karzinogene Potenzial von E-Zigaretten wohl auch niedriger sei. »Dies bedeutet jedoch nicht, dass E-Zigaretten als unbedenklich einzustufen sind«, so Mons.

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