| Cornelia Dölger |
| 20.03.2026 10:00 Uhr |
Und auch wenn erst wenige Wochen seit dem Start ins Land gegangen sind: Das Angebot werde durchweg positiv angenommen, so eine erste Bilanz der Kammer. In der Pilotphase lege man den Fokus auf die Feinjustierung der Prozesse und deren Einbindung in die bestehenden Abläufe. »Alle Personen, die das Angebot bislang in Anspruch genommen haben, bewerten dieses äußerst positiv.« Dies seien gute Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation übernehme das Institut für Pharmazie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU).
Und nach der Pilotphase? Credo müsse sein, dass die assistierte Telemedizin nicht als »Innovation« gelabelt, sondern in den Versorgungsalltag integriert werde. Essenziell für das Gelingen sei freilich die Finanzierung; neben den ärztlichen Ressourcen und der technischen Komponente müsse auch die Infrastruktur der Apotheken sowie die pharmazeutische Betreuung finanziert werden.
In Deutschland können Apotheken Patientinnen und Patienten in der Telemedizin unterstützen, das ist mit dem Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (Digital-Gesetz – DigiG) im März 2024 festgelegt worden. Demnach können Apotheken etwa zu ambulanten telemedizinischen Leistungen beraten und anleiten, Versicherte bei der Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) unterstützen oder während einer Videokonsultation »einfache medizinische Routineaufgaben« übernehmen, wie es im Gesetz heißt. Zur konkreten Ausgestaltung der assistierten Telemedizin in Apotheken gibt es aber noch keine Einigung.
Mit der gesetzlichen Verankerung sei man in Deutschland immerhin einen Schritt voraus, meint die Kammer Österreich. In Österreich seien bislang keine gesetzlichen Grundlagen geschaffen worden. In Deutschland gebe es zudem klare politische Bekenntnisse zur assistierten Telemedizin. In beiden Ländern gelte es, Evidenzen zu gewinnen. Pilotprojekte wie ApoDoc sorgten zudem für eine erhöhte Sichtbarkeit und damit für die Chance, Apotheken in beiden Ländern »noch stärker als relevante Akteur:innen mit einem breiten Leistungsspektrum im Gesundheitswesen zu positionieren«.