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Multiples Myelom
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Neuer bispezifischer Antikörper verfügbar

Mit dem bispezifischen Antikörper Elranatamab kam Anfang des Jahres ein neues Arzneimittel zur Behandlung des multiplen Myeloms auf den Markt (Elrexfio® 40 mg/ml Injektionslösung, Pfizer). Das Medikament ist nur für stark vorbehandelte Patienten zugelassen.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 31.01.2024  07:00 Uhr

Wirksam bei stark vorbehandelten Patienten

Elranatamab ist ein bispezifischer IgG2-κ-Antikörper, der sowohl an CD3ε-Rezeptoren auf T-Zellen als auch am B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf Plasmazellen, Plasmablasten und Multiplen-Myelomzellen bindet. Durch Elranatamab aktivierte T-Zellen setzen proinflammatorische Zytokine frei und bewirken so die Lyse von Multiplen-Myelomzellen.

Die Wirksamkeit der Monotherapie mit Elranatamab wurde bei 123 Patienten mit rrMM in der offenen multizentrischen Phase-II-Studie MagnetisMM-3 (DOI: 10.1038/s41591-023-02528-9) untersucht. Die Patienten (medianes Alter 68 Jahre) waren umfangreich vorbehandelt, hatten aber noch keine gegen BCMA gerichtete Therapie erhalten. In dieser sogenannten Kohorte A lag die objektive Ansprechrate bei 61 Prozent (75 Patienten), wobei 35 Prozent vollständig und 20 Prozent sehr gut partiell ansprachen. Bis zum ersten Ansprechen dauerte es median 1,22 Monate.

50 Responder wurden auf die zweiwöchentliche Gabe umgestellt und bei 40 (80 Prozent) hielt das Ansprechen länger als sechs Monate an oder verbesserte sich sogar. In einer Nachbeobachtungszeit von 14,7 Monaten waren die sekundären Endpunkte mediane Ansprechdauer, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben noch nicht erreicht; die Raten lagen bei 71,5, 50,9 und 56,7 Prozent.

Lange Liste an Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen in der Studie waren Infektionen (bei fast 70 Prozent der Patienten), CRS (57,7 Prozent), Anämie und Neutropenie (jeweils 48,8 Prozent). Unter dem verlängerten Dosierungsintervall sank die Rate von Grad-3/4-Reaktionen von 58,6 auf 46,6 Prozent. Die Fachinformation listet zahlreiche weitere Nebenwirkungen auf, darunter schwerwiegende wie Pneumonie, Sepsis, Infektion der oberen Atemwege oder der Harnwege, Dyspnoe und Fieber.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und für sechs Monate nach der letzten Dosis eine Schwangerschaft zuverlässig verhüten. Da humanes Immunglobulin (IgG) die Plazenta nach dem ersten Trimenon passiert, könnte Elranatamab dem Fetus schaden. Die Anwendung bei Schwangeren wird daher nicht empfohlen. Gleiches gilt für das Stillen während und innerhalb von sechs Monaten nach der Behandlung.

Eine Impfung mit Lebendvirusimpfstoffen wird für mindestens vier Wochen vor der ersten Dosis, während der Behandlung und für mindestens vier Wochen danach nicht empfohlen.

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