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Tremelimumab
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Neuer Antikörper bei metastasiertem Lungenkrebs

Seit Anfang April ist der monoklonale Antikörper Tremelimumab nicht nur für Erwachsene mit fortgeschrittenem Leberkrebs, sondern auch bei metastasiertem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom auf dem deutschen Markt. In Kombination mit Durvalumab und einer platinbasierten Chemotherapie dient er hier zur Erstlinientherapie.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 11.04.2023  09:00 Uhr

Vorteile in allen Subgruppen

In allen Subgruppen habe es Vorteile für die Dreierkombination gegeben, sagte Reinmuth. Mehr als die Hälfte der Patienten im Dreifacharm erlitt Nebenwirkungen von Grad 3 und 4 (52 Prozent versus 44 unter CT) und ein Drittel hatte immunvermittelte Nebenwirkungen. 14 bis 15 Prozent der Patienten unter Immuntherapien brachen die Behandlung ab, unter alleiniger CT waren es knapp 10 Prozent.

»Nach vier Jahren Nachbeobachtung sehen wir eine 25-prozentige Reduktion der Sterblichkeit an Lungenkrebs in der Tremelimumab-Gruppe«, berichtete Reinmuth von Langzeitdaten (DOI: 10.1016/annonc/annonc1089). Nach drei Jahren lebten noch 25 Prozent der Patienten gegenüber 13,6 Prozent im CT-Arm. Das Poseidon-Regime sei eine »neue Therapievariante in der Erstlinie«.

In der Zulassungsstudie profitierten Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom oder prognostisch ungünstigen Risikomutationen in den Genen KRAS oder STK11 (KRASm oder STK11m) besonders von dem Dreifachregime. Diese Patienten hätten eine deutlich schlechtere Prognose, sagte Professor Dr. Wolfgang Schütte, Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau, in der Pressekonferenz. »Hier muss die Immuntherapie intensiviert werden.« In beiden Subgruppen sei das Gesamtüberleben unter der doppelten Immun-Checkpoint-Blockade deutlich länger. Eine Immuntherapie sei immer klar auf Langzeiteffekte, also das Langzeitüberleben ausgerichtet, unterstrich der Onkologe. 

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