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B-Zell-Lymphome
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Neue Therapieoption ab der Drittlinie

Mitte Mai kam das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Loncastuximab-Tesirin in Deutschland in den Handel. Es kommt bei zwei Formen des B-Zell-Lymphoms ab der Drittlinie in Betracht.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 24.05.2023  07:00 Uhr

Nebenwirkungen und Warnhinweise 

Zynlonta wird alle drei Wochen über einen Zeitraum von 30 Minuten intravenös verabreicht. Die Behandlung kann so lange fortgesetzt werden, wie sie für den Patienten von Nutzen ist und keine unannehmbaren Nebenwirkungen auftreten. Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten. Die empfohlene Dosis beträgt 0,15 mg/kg alle 21 Tage für zwei Zyklen, gefolgt von 0,075 mg/kg alle 21 Tage für nachfolgende Zyklen. Wenn bestimmte Nebenwirkungen auftreten, kann der Arzt entscheiden, die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung mit dem Medikament zu unterbrechen oder zu beenden. Vor Beginn der Behandlung sollten die Patienten Dexamethason erhalten, um mögliche Nebenwirkungen der Behandlung zu verringern. Empfohlen werden für drei Tage zweimal täglich 4 mg Dexamethason, beginnend am Tag vor der Gabe von Zynlonta.

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Loncastuximab-Tesirin zählen erhöhte γ-Glutamyltransferase (36 Prozent der Patienten), Neutropenie (35 Prozent), Fatigue (30 Prozent), Anämie (29 Prozent), Thrombozytopenie (28 Prozent), Übelkeit (27 Prozent), periphere Ödeme (23 Prozent) und Ausschlag (20 Prozent).

In der Fachinformation finden sich verschiedene besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung. So sollten Patienten auf neue oder sich verstärkende Ödeme oder Ergussbildungen beobachten werden. Da die Behandlung mit dem neuen Medikament eine schwerwiegende oder schwere Myelosuppression hervorrufen kann, ist vor jeder Gabe ein Differentialblutbild zu machen. Zudem sind auf eine Infektion hinweisende Befunde und Symptome sowie neue oder sich verstärkende Hautreaktionen, einschließlich Lichtempfindlichkeitsreaktionen, zu überwachen.

Die Anwendung von Zynlonta während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Das Stillen soll während der Behandlung und für mindestens drei Monate nach der letzten Dosis unterbrochen werden. Frauen, die schwanger werden können, sind darauf hinzuweisen, dass sie während der Behandlung mit Zynlonta und für die Dauer von zehn Monaten nach der letzten Dosis effektiv verhüten müssen. Männer mit Partnerinnen, die schwanger werden können, sollen während der Behandlung mit Zynlonta und bis sieben Monate nach der letzten Dosis kein Kind zeugen. Auf Grundlage der Ergebnisse von tierexperimentellen Studien kann Loncastuximab-Tesirin bei Männern die Fertilität beeinträchtigen. Daher sind Männer, die mit diesem Arzneimittel behandelt werden, über die Möglichkeit aufzuklären, vor Behandlungsbeginn Samenproben zu konservieren und in einer Samenbank aufbewahren zu lassen.

Zynlonta ist in der Originalverpackung im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern.

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