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XEC
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Neue SARS-CoV-2-Variante aus Deutschland

Erstmals im August in Deutschland nachgewiesen wurde eine neue Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 namens XEC. Sie breitet sich zurzeit vor allem in Europa aus. Eine neue große Welle wird sie aber wohl nicht verursachen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 24.09.2024  10:30 Uhr

Ein Kurzporträt der neuen Coronavariante zeichnen zwei Forscher der Universität Glasgow aktuell auf der Plattform »The Conversation«. XEC sei eine rekombinante Variante von SARS-CoV-2, die aus den Varianten KS.1.1 und KP.3.3 hervorgegangen sei, so der Bioinformatiker Richard Orton und der Virologe Dr. Wilhelm Furnon. KS.1.1 und KP.3.3 wiederum seien Abkömmlinge von JN.1, der Variante, an die die für die aktuelle Impfsaison in Europa empfohlenen Impfstoffe angepasst sind.

Von KS.1.1 habe XEC die relativ seltene Mutation T22N »geerbt« und von KP.3.3 die Mutation Q493E, schreiben die beiden Autoren. Bisher sei noch nicht bekannt, wie sich dies auf die Replikationseigenschaften und die Infektiosität der neuen Variante auswirkt. Anscheinend habe XEC aber gegenüber anderen Varianten Vorteile, weshalb sich XEC schneller verbreite und möglicherweise in den kommenden Monaten weltweit zur dominanten SARS-CoV-2-Variante werde.

XEC sei zunächst im August in Deutschland nachgewiesen worden und habe sich mit mittlerweile 600 Nachweisen in 27 Ländern seitdem vor allem in Europa, aber auch in Nordamerika und Asien verbreitet. In Deutschland sei die Prävalenz mit 13 Prozent der Sequenzen derzeit am höchsten, gefolgt von 7 Prozent in Großbritannien und unter 5 Prozent in den USA.

Schutz durch Impfungen und Infektionen hat Bestand

Die neue Variante stelle einen relativ kleinen Schritt in der Evolution des Coronavirus dar, sagte Professor Dr. Francois Balloux vom University College London gegenüber dem Science Media Center. Sie werde voraussichtlich keinen großen Anstieg der Fallzahlen verursachen, aber wenn sich jetzt im Herbst und Winter ohnehin wieder mehr Menschen mit SARS-CoV-2 infizieren, werde XEC wohl einen beträchtlichen Anteil dieser Infektionen ausmachen.

Mit Blick auf die Schwere einer durch XEC verursachten Covid-19-Erkrankung sagte Balloux: »Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die durch XEC verursachten Symptome von denen unterscheiden könnten, die durch irgendeine andere derzeit zirkulierende SARS-CoV-2-Linie hervorgerufen werden.« Auch hinsichtlich des vorhandenen Immunschutzes zeigte sich der Experte zuversichtlich. XEC sei zwar etwas ansteckender als andere SARS-CoV-2-Varianten, »aber der Schutz durch Impfungen und durchgemachte Infektionen hat Bestand.«

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