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Symptomatische Uterusmyome
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Neue Hormonkombination bietet schnelle Linderung

Uterusmyome können sehr heftige Beschwerden bereiten. Für diese Frauen gibt es seit Anfang September eine neue orale Therapieoption: den GnRH-Antagonisten Relugolix, kombiniert mit einer Hormonersatztherapie.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 20.09.2021  16:00 Uhr

Zuverlässige Kontrazeption

Professor Dr. Peyman Hadji, Leiter des Hormon- und Osteoporosezentrums Frankfurt, wies auf die sofortige Suppression von LH und FSH durch Relugolix hin. »Das bedeutet eine komplette Ovulationssuppression. Im ersten Monat ist noch eine mechanische Verhütungsmethode nötig, danach nicht mehr. Eine hormonelle Kontrazeption ist sogar kontraindiziert.« Bei akutem Kinderwunsch muss die Medikation abgesetzt werden. Wichtig für die Beratung: Nach dem Absetzen von Ryeqo® wird die Frau sehr rasch wieder fertil.

Die Medikation sei für nahezu alle Frauen mit Myombeschwerden geeignet, sagte Hadji. Der Arzt müsse in der Anamnese aber nach Thromboembolien und deren Risikofaktoren fahnden – »wie bei jeder HRT-Verordnung«. Hadji sieht Vorteile vor allem für Frauen, die keinen Kinderwunsch haben oder die aktuell nicht schwanger werden sollen, sowie für perimenopausale Frauen, die keine Operation wünschen. »Ihnen kann die Kombination von Relugolix und HRT helfen, bis zur Menopause zu kommen.« Nach den Wechseljahren ist keine Therapie mehr nötig.

Bei Frauen mit Brustkrebs oder anderen hormonabhängigen Tumoren sowie Lebertumoren ist das Medikament kontraindiziert. Dies gilt auch bei thromboembolischen Erkrankungen, Thrombophilien, Osteoporose oder Migräne mit Aura.

Studien zu Relugolix bei Frauen mit Endometriose laufen derzeit. Bislang ist der Einsatz hier off-label.

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