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Fettleber
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Nächste Indikation für Semaglutid, nächstes Präparat

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) macht den Weg frei für eine weitere Indikation des GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid. Wie in den USA soll der Wirkstoff demnach auch bald in der EU bei metabolisch-assoziierter Steatohepatitis (MASH) zum Einsatz kommen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 30.01.2026  16:00 Uhr

MASH entsteht, wenn sich übermäßiges Fett in der Leber ablagert. Das führt zu entzündlichen Prozessen und in der Folge zur Fibrose, welche wiederum in eine Zirrhose und Leberkrebs übergehen kann. MASH ist zudem ein Treiber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisher besitzt in der EU nur den Wirkstoff Resmetirom eine Zulassung bei MASH, der im vergangenen Jahr auf den deutschen Markt kam.

Nach dem positiven Votum der EMA bahnt sich nun Konkurrenz für Resmetirom an: Semaglutid. Das Inkretinmimetikum soll wie Resmetirom in Verbindung mit einer Diät und Bewegung zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht zirrhotischer, durch Stoffwechselstörungen bedingter MASH mit mittelschwerer bis fortgeschrittener Leberfibrose (Fibrosestadien F2 bis F3) zum Einsatz kommen.

Folgt die EU-Kommission der EMA-Empfehlung, könnte Hersteller Novo Nordisk also schon bald ein weiteres Semaglutid-haltiges Präparat auf den Markt bringen. Die Kreativabteilung des Unternehmens hat sich auch in diesem Fall einen neuen Namen für ein entsprechendes Fertigarzneimittel ausgedacht: Nach Ozempic® zum Injizieren bei Typ-2-Diabetes, Rybelsus® zum Schlucken bei Typ-2-Diabetes und Wegovy® zum Injizieren bei Adipositas wird es aller Voraussicht nach bald dann auch Kayshild® zum Injizieren bei MASH geben. Das Mittel soll als 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg, 1,7 mg und 2,4 mg Injektionslösung in Fertigpens in den Handel kommen.

Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist, der selektiv an den GLP-1-Rezeptor bindet und diesen aktiviert. Der GLP-1-Rezeptor wird in der Leber nicht exprimiert. Die Wirkung bei MASH wird durch eine Verbesserung der Stoffwechselfaktoren vermittelt, darunter Gewichtsverlust, verbesserter Glucose- und Lipidstoffwechsel und verminderte Entzündungen. Darüber hinaus reduziert Semaglutid laut der EMA die Fettablagerung in der Leber.

Die Vorteile von Semaglutid im Vergleich zu Placebo sind die Beseitigung von MASH ohne Verschlechterung der Leberfibrose sowie eine Verbesserung der Fibrose ohne Verschlechterung von MASH, wie in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei Erwachsenen mit MASH und mittelschwerer bis fortgeschrittener Leberfibrose beobachtet wurde.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind gastrointestinale Störungen, darunter Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen, sowie Müdigkeit.

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