Häufig sind Verspannung die Ursache nicht spezifischer Nackenschmerzen. Denn hilft vor allem sanfte Bewegung. / © Getty Images/Olga Pankova
»Schmerz ist immer ein Warnzeichen und bedeutet: Mach es anders oder lass es!«, sagt Professor Dr. Bernd Kladny. Er ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Nackenschmerzen können auf vielerlei Arten entstehen. Die Medizin unterscheidet dabei zwischen spezifischen und nicht spezifischen Schmerzen.
Die allermeisten Nackenschmerz-Fälle seien nicht spezifisch. »Hier ist die Ursache unklar«, sagt Professor Dr. Thomas Kötter, Allgemeinmediziner am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. »Drücke ich als Arzt bei meinem Patienten auf den Muskel, tut er weh. Aber bei einer feingeweblichen Untersuchung oder beim MRT könnte ich nichts feststellen.«
Eine große Rolle bei der Entstehung nicht spezifischer Nackenschmerzen spielen Verspannungen. Hintergrund ist, dass sich der Kopf in alle möglichen Richtungen bewegen kann. Dabei kann es zu Belastungen in den Gelenken der Halswirbelsäule kommen, die das normale Ausmaß übersteigen. »Die Folge: Die Muskeln verspannen sich, um das Gelenk zu schützen, es schmerzt.«
Oft ist das auf Fehlhaltungen des Kopfes zurückzuführen, so der Arzt – etwa, wenn wir lange am Bildschirm arbeiten oder immer wieder mit gesenktem Kopf auf das Smartphone schauen. Auch psychische Einflüsse wie Stress spielen bei der Entstehung von Nackenschmerzen oft eine Rolle.
Spezifische Nackenschmerzen entstehen zum Beispiel durch Entzündungen oder durch die Bedrängung von Nerven wie bei einem Bandscheibenvorfall. »Ebenso können Knochenbrüche, Osteoporose und Knochenmetastasen nach einer Krebserkrankung die Ursache sein«, zählt Kladny auf.
Nackenschmerzen können plötzlich auftauchen, »andere verstärken sich langsam über mehrere Tage«, sagt Kötter. Das ist nach einem Bandscheibenvorfall genauso möglich wie bei Entzündungen. Übrigens: »Auch nicht spezifische Nackenschmerzen können unterschiedlich verlaufen.«