| Theo Dingermann |
| 11.02.2026 14:15 Uhr |
Wann kann man nach Infektionen wieder trainieren? Einer aktuellen Studie zufolge, die Smartwatch-Daten mit einschloss, dauert es nach der Symptomfreiheit noch einige Tage bis der Körper sich wieder ganz erholt hat. / © Adobe Stock/blackzheep
Gerade während der Codvid-19-Pandemie mussten viele die Erfahrung machen, dass eine zu frühe Wiederaufnahme gewohnter Aktivitäten zu vermeidbaren Komplikationen führte. Als besonders vulnerabel erwies sich die kardiale Gesundheit. Doch wie merkt man, dass man nach einer Infektion wieder vollständig genesen ist?
Forschende um Dr. Yosi Levi von der School of Industrial and Intelligent Systems Engineering an der Tel Aviv University haben nun untersucht, wie sich die Erholungszeiten nach Infektionen mit SARS-CoV-2 (Covid-19), Influenzaviren und Streptokokken der Gruppe A (GAS) zeitlich und qualitativ unterscheiden, wenn subjektive Symptomangaben mit objektiven, smartwatchbasierten physiologischen Messdaten verglichen werden. Die Ergebnisse der groß angelegten, prospektiven Zwei-Jahres-Kohortenstudie publizierte das Team im Fachjournal »The Lancet Digital Health«. Ziel der Arbeit war es, die bislang überwiegend symptombasierte Definition von »Genesung« kritisch zu hinterfragen und durch kontinuierlich erhobene kardiovaskuläre Parameter zu ergänzen.
Bisher empfehlen etwa die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) bei Infektionen, 24 Stunden nach Abklingen des Fiebers ohne Medikamente und nach Abklingen der Symptome zu den normalen Aktivitäten zurückzukehren, wobei fünf Tage lang Vorsichtsmaßnahmen zu treffen seien.
Die Ergebnisse der aktuellen Arbeit stellen diese Empfehlungen infrage. Das Team aus Tel Aviv analysierte Daten von 4795 erwachsenen Probanden in Israel, die über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren täglich Fragebögen ausfüllten und permanent eine Smartwatch trugen, die verschiedene Parameter, etwa zur Herzgesundheit und dem Aktivitätslevel, erfasste. Insgesamt wurden 3097 Covid-19-Episoden, 633 Grippe-Episoden und 380 GAS-Episoden erfasst.
Neben selbstberichteten Symptomen flossen Daten aus elektronischen Gesundheitsakten sowie kontinuierlichen Messungen der Herzfrequenz und ein aus der Herzfrequenzvariabilität abgeleiteter Stressindex in die Auswertung ein. Als »digitale Genesung« definierten die Forschenden den Zeitpunkt, an dem diese Herzparameter, wenn sie in der Ruhephasen gemessen wurden, statistisch nicht mehr vom individuellen Basisniveau beziehungsweise von gematchten, nicht infizierten Kontrollpersonen abwichen.