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Bauchspeicheldrüsenkrebs
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Möglicher Biomarker für frühe Diagnose identifiziert

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird meist erst dann diagnostiziert, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Forschende aus Ulm haben nun einen potenziellen Biomarker entdeckt, der bereits nachweisbar ist, bevor sich ein schwer therapierbarer Tumor ausbildet.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 04.03.2026  12:00 Uhr
Möglicher Biomarker für frühe Diagnose identifiziert

Bei aggressiven Krebsarten ist eine frühzeitige Diagnose von großer Bedeutung, damit eine Möglichkeit auf Heilung besteht. Hierfür sind Biomarker wichtig, die früh  die Entwicklung von Tumoren anzeigen. Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Ulm konnte nun mit internationalen Partnern die molekulare Entstehung von Pankreaskrebs entschlüsseln und einen möglichen Biomarker identifizieren, der bereits sehr früh nachweisbar ist. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team in der Fachzeitschrift »Molecular Cancer« . 

Für ihre Versuche verwendeten die Forschenden Organoide, also Modelle der Bauchspeicheldrüse, die aus menschlichen Stammzellen gezüchtet wurden. So ist eine realitätsnahe Darstellung der Tumorentstehung auch im Labor möglich.

Zusammenspiel von KRAS und TNFα aufgedeckt

Als Auslöser der Tumorentstehung konnte das Team um Doktorandin Chantal Allgöwer vom Universitätsklinikum Ulm das Onkogen KRAS identifizieren. Bei Gesunden reguliert KRAS das Zellwachstum. Ist das Gen jedoch mutiert, funktioniert die Regulation nicht mehr und es die Zelle teilt sich unkontrolliert. Aufgrund der Mutation von KRAS entsteht auch vermehrt das proinflammatorische Zytokin Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα). In Folge verändert sich die Kommunikation mit fibroblastischen, also gewebebildenden Nachbarzellen. Diese werden ebenfalls aktiviert und legen ein tumorförderndes Verhalten an den Tag, indem sie, hauptsächlich durch TNFα getriggert, die Nische für ein ungehindertes Tumorwachstum vorbereiten. Die aktivierten Zellen teilen sich und verändern die extrazelluläre Matrix. Zusätzlich agiert TNFα als Türsteher und hindert T-Zellen daran, in das veränderte, präkanzerogene Gewebe einzudringen.

Um die Rolle von TNFα in der Tumorentstehung zu prüfen, setzten die Autoren in den Zellexperimenten den TNFα-Blocker Infliximab ein. Die TNFα-Hemmung reduzierte die KRAS induzierten Effekte wie die T-Zell-Abschirmung und die Aktivierung fibroblastischer Zellen teilweise.

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