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Autoimmunenzephalitis
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Mögliche Ursache psychiatrischer Symptome

Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Wesensveränderungen oder epileptische Anfälle – hinter all diesen Symptomen kann eine akute Entzündung des Gehirns infolge einer Autoimmunreaktion stecken. Eine schnelle Diagnose ist wichtig, um mit einer geeigneten Therapie bleibende Schäden zu verhindern.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 05.01.2026  09:00 Uhr

Hochdosierte Corticosteroide als Therapie

Die empfohlene Therapie hängt von der Art der AE ab. Handelt es sich bei den nachgewiesenen Antikörpern um onkoneuronale Antikörper mit intrazellulären Zielantigenen, steht die Entfernung des Tumors im Vordergrund. Eine Therapie mit intravenös verabreichtem Methylprednisolon kann insbesondere in der Frühphase der Erkrankung zytotoxische T-Zellen beseitigen. Da bei dieser Form der AE die Antikörper allerdings nur indirekt pathogen sind, ist die Wirksamkeit der Immuntherapie begrenzt. Entstandene neuronale Schäden sind nicht reversibel.

Bei AE mit Antikörpern, die sich direkt gegen Oberflächenantigene richten, kann dagegen mit der Hochdosis-Corticosteroidtherapie plus therapeutischer Apherese bei 70 bis 80 Prozent der Patienten eine fast vollständige Erholung erzielt werden. Auch bei diesen Patienten können langfristig kognitive Probleme zurückbleiben, die etwa das Gedächtnis oder die Exekutivfunktionen betreffen. Bei früher Diagnose und adäquater Behandlung ist die Prognose aber günstig.

Leypoldt dazu: »Es klingt fast unglaublich: Die Menschen verbringen oft mehrere Monate auf Intensivstationen, können dann aber wieder in den Beruf zurückkehren und weitgehend normal leben. Zum Vergleich: Bei Schädelhirntrauma-Patienten mit einem ähnlich langen Intensivaufenthalt ist die Rückkehrerrate ins normale Leben deutlich geringer.«

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