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Vor allem Ostsee betroffen
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Mit steigenden Temperaturen vermehren sich Vibrionen

Vibrionen können beim Baden schwere Infektionen auslösen. Die Bakterien vermehren sich mit steigenden Wassertemperaturen. Bislang wurden in diesem Jahr zwei Fälle in Deutschland gemeldet.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 18.07.2025  08:00 Uhr

Nicht mit frischen Wunden baden

Nicht-Cholera-Vibrionen im Badewasser können zu schnell fortschreitenden Wundinfektionen und – in seltenen Fällen – zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Auch Ohrentzündungen sind möglich. Besonders gefährlich sind Wundinfektionen mit der Art Vibrio vulnificus, die innerhalb kürzester Zeit zu tiefgreifenden Nekrosen des Gewebes führen können, wie es vom RKI heißt. »Hier kann bereits eine sehr geringe Bakterienanzahl genügen, um eine Wundinfektion hervorzurufen.« Eine daraus resultierende Sepsis könne in sehr kurzer Zeit zum Tod durch multiples Organversagen führen.

Vorbeugend sollten Menschen mit Wunden oder frisch gestochenen Tätowierungen das Baden in betroffenen Gewässern meiden, insbesondere, wenn sie an Vorerkrankungen leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

»Vibrio Map Viewer« zeigt Belastung in Nord- und Ostsee

Die EU-Badegewässerrichtlinie fordert bisher keine Prüfung auf Vibrionen, wie es im aktuellen »Epidemiologischen Bulletin« des RKI heißt. Derzeit werde diskutiert, ob es neue Regelungen wie amtliche Grenzwerte für abgestufte Handlungsempfehlungen geben sollte. Einige Bundesländer mit Badegewässern, die bekannt für das Vorkommen von Vibrionen sind, untersuchten die Belastung vor allem in den Sommermonaten bereits. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel analysiert stichprobenweise Wasserproben an der Ostseeküste. »Im Falle einer erhöhten Gefahrenlage werden dann Warnungen durch die Landesbehörde ausgesprochen.«

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC bietet die interaktive Karte »Vibrio Map Viewer« für die Nord- und Ostsee an. Dafür wird das aktuelle Risiko für Massenvermehrungen aus Oberflächentemperaturen und Salzgehalt errechnet. »Dieses Instrument zeigt eindrucksvoll das steigende Risiko des Vorkommens von humanpathogenen Vibrionen im Wasser im Verlauf von heißen Sommermonaten an den Küsten Deutschlands und angrenzender Nachbarländer«, heißt es vom RKI. Laut ECDC ist während der gesamten Sommersaison mit einem erhöhten Risiko für Vibrionen-Infektionen zu rechnen.

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