Beim Inhalieren von Lachgas kann es zu einem Sauerstoffmangel kommen, der bewusstlos machen kann. Gravierender sind potenzielle Nervenschäden bei dauerhaftem Konsum. / © Getty Images/pink_cotton_candy
Anders als beim Kiffen, das sich klassischerweise durch gerötete Augen verrät, gibt es bei Lachgas keine deutlichen Anzeichen. »Wenn der Jugendliche sich eine Stunde vorher mit Freunden getroffen und das allererste Mal Lachgas konsumiert hat, gibt es wenig Chancen, was zu bemerken«, sagt Lea Würzinger von der Ginko Stiftung für Prävention. Hintergrund: Der Rausch, der durch das Inhalieren aus Luftballons oder direkt aus der Kartusche entsteht, ist nach maximal einer Minute wieder vorbei.
Häufiger Lachgas-Konsum hingegen kann (muss aber nicht) zu motorischen Ausfällen führen. »Dann wundert man sich als Elternteil zum Beispiel: Huch, wie geht er denn die Treppe hoch? Oder es fällt auf, dass der Jugendliche kurzfristig etwas verlangsamt im Denken ist, beschreibt Lea Würzinger.
Lachgas hat sich in den vergangenen Jahren als Partydroge unter Jugendlichen etabliert. Das verraten nicht nur die leeren Kartuschen und Luftballons, die immer wieder in Parks oder auf Gehwegen zurückgelassen werden. Ab dem 12. April dürfen Minderjährige bundesweit kein Lachgas mehr kaufen oder besitzen. Lea Würzinger geht davon aus, dass Lachgas als Rauschmittel unter Jugendlichen dadurch nicht komplett verschwinden wird. »Die, die es wirklich wollen und neugierig sind, die finden ihre Wege, es zu beziehen.«
Hintergrund des Verbots ist, dass das farb- und geruchslose Gas zahlreiche Gesundheitsrisiken birgt. Beim Inhalieren von Lachgas kann es zu einem Sauerstoffmangel kommen, der bewusstlos machen kann, erklärt das Portal drugcom.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stürze und Verletzungen können Folgen sein.
Ein weiteres Risiko sind Erfrierungen. Dehnt sich nämlich das in der Kartusche komprimierte Gas aus, sinkt seine Temperatur auf bis zu minus 55 Grad Celsius ab. Dabei kann auch die Kartusche so kalt werden, dass die Finger daran festfrieren. Besonders riskant ist drugcom.de zufolge das Inhalieren direkt aus der Kartusche – nicht nur, weil die Lippen daran festfrieren können. Es kann durch das rasche Ausdehnen des Gases zu Rissen im Lungengewebe kommen.