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Antibiotikaresistenzen
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Millionenschwere Kooperation geplant

Zwei bis vier neue Antibiotika sollen bis 2030 auf den Markt kommen. Dies hat sich eine Kooperation von mehr als 20 Pharmaherstellern auf die Fahnen geschrieben. Im Kampf gegen antibiotikaresistente Infektionen investiert die Branche damit knapp 875 Millionen Euro.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 20.07.2020  12:00 Uhr
Kleinere Unternehmen werden gefördert

Kleinere Unternehmen werden gefördert

Der AMR Action Fund möchte vor allem Investitionen in kleinere Biotechunternehmen tätigen, die einen starken Fokus auf die Entwicklung innovativer antibakterieller Behandlungen haben. Die Firmen, die Investitionen erhalten, sollen auch technische Unterstützung und Zugang zum Wissen der großen Pharmahersteller erhalten. Außerdem möchte die Initiative eine Allianz aus Industrie und Nicht-Industrie-Partnern mit Entwicklungsbanken und multilateralen sowie gemeinnützigen Organisationen schaffen, die nachhaltige Investitionen in die Antibiotika-Pipeline ermöglichen.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, begrüßte die Kooperation und vergleicht Antibiotikaresistenzen mit einem langsamen Tsunami, der den medizinischen Fortschritt eines ganzen Jahrhunderts gefährden kann. Die Antibiotikaresistenzen haben laut IFPMA zudem das Potenzial, die Coronavirus-Krise in Bezug auf Todesfälle und wirtschaftliche Kosten weit in den Schatten zu stellen.

700.000 Todesfälle aufgrund von AMR

Weltweit sterben pro Jahr laut IFPMA 700.000 Menschen an antibiotikaresistenten Infektionen. In einem alarmierenden Szenario schätzt der Verband, dass bis 2050 pro Jahr bis zu 10 Millionen Menschen sterben könnten, weil keine wirkungsvollen Antibiotika existieren. »Im Gegensatz zu COVID-19 ist AMR eine vorhersehbare und vermeidbare Krise. Wir müssen gemeinsam handeln, um die Antibiotika-Pipeline wieder aufzubauen und um sicherzustellen, dass es die vielversprechendsten und innovativsten Antibiotika vom Labor zu den Patienten schaffen«, erklärte Thomas Cueni, Generaldirektor der IFPMA und einer der Organisatoren des neuen Fonds.

Die folgenden Unternehmen und Stiftungen unterstützen den AMR Action Fund: Almirall, Amgen, Bayer, Boehringer Ingelheim, Chugai, Daiichi Sankyo, Eisai, Eli Lilly and Company, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, LEO Pharma, Lundbeck, Menarini, Merck, MSD, Novartis, Novo Nordisk, Novo Nordisk Foundation, Pfizer, Roche, Shionogi, Takeda, Teva, UCB.

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