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Bluthochdruck
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Millionen Todesfälle wären vermeidbar

Würden 80 Prozent aller Menschen mit Bluthochdruck entdeckt, von denen 80 Prozent bei Bedarf optimal therapiert würden, von denen wiederum 80 Prozent die Zielwerte erreichen würden, ließen sich zwischen 2022 und 2050 weltweit 76 bis 130 Millionen Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden. Dies ist das Ergebnis einer in »Nature Medicine« veröffentlichten Modellierungsstudie.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 18.07.2022  17:00 Uhr

Bluthochdruck ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit einhergehenden Todesfälle. Dabei gibt es kosteneffiziente Maßnahmen, um einem Bluthochdruck vorzubeugen oder diesen effektiv zu behandeln. Diese Möglichkeiten werden allerdings auf nationaler und globaler Ebene in vielen Ländern nach wie vor nur unzureichend umgesetzt.

Wie lohnend weitere Anstrengungen hinsichtlich eines guten Bluthochdruck-Managements sein könnten, demonstrieren Sarah Pickersgill und Kollegen in einer Modellierungsstudie, die am heutigen Montag im Fachjournal »Nature Medicine« publiziert wurde. Danach schlagen diese Autoren vor, dass sich Länder an den 80-80-80-Zielen für ihre nationale Hypertonie-Politik orientieren sollten.

  • Nach diesem Konzept sollten 80 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck durch ein Screening erkannt sein und ihre Diagnose kennen.
  • 80 Prozent davon sollten eine angemessene Behandlung erhalten.
  • Und für 80 Prozent derjenigen, die sich in Behandlung befinden, sollte die Einstellung von in Leitlinien festgelegten Blutdruckwerten erreicht werden.

Die Autoren modellierten die Auswirkungen von drei Szenarien für eine Blutdruckkontrolle in 182 Ländern anhand dieser Zielvorgaben: »Business as usual« (ohne zusätzliche Versuche, die Diagnose und Behandlung zu verbessern); »Fortschritt« (der Fortschritt entspricht dem von historisch gut abschneidenden Ländern); und »ambitioniert« (der Fortschritt ist schneller als in den historisch gut abschneidenden Ländern).

Das Team schätzt, dass im Fortschrittsszenario und im ambitionierten Szenario bis 2050 jeweils 4 bis 7 Prozent aller Todesfälle vermieden werden könnten. In absoluten Zahlen wären das 76 bis 130 Millionen Todesfälle.

Unterschiedliche Effizienzen

Das Business-as-usual-Szenario bildet die Basis für die Möglichkeiten, die in ambitionierten Modellen stecken. Würde man so weiter handeln wie bisher, rechnen die Autoren in absoluten Zahlen mit Todesfällen, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht werden, mit einem Anstieg von 17 Millionen im Jahr 2020 auf 37 Millionen im Jahr 2050. Die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen würde sich von 320 Millionen auf 710 Millionen erhöhen.

Im Vergleich zu dieser Grundannahme könnten im Fortschrittsszenario bis 2050 durchschnittlich 2,8 Millionen Todesfälle und 4,1 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen pro Jahr sowie in den kommenden knapp 30 Jahren insgesamt 76 Millionen Todesfälle und 110 Millionen neue Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermieden werden.

Das ambitionierte Szenario liefert noch bessere Resultate: Auf Basis dieses Modells ließen sich bis 2050 durchschnittlich 4,8 Millionen Todesfälle und 7,4 Millionen neue Fälle pro Jahr sowie bis 2050 insgesamt 130 Millionen Todesfälle und 200 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden. Im Vergleich zum Business-as-usual-Szenario bedeuten diese beiden Szenarien eine relative Verringerung der durch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Todesfälle um 13 beziehungsweise 22 Prozent.

Die Autoren sind der Meinung, dass unter realistischen und keineswegs idealen Umsetzungsbedingungen die meisten Länder die 80-80-80-Ziele bis 2040 erreichen könnten. Berücksichtigt man das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die steigende Alterung der Bevölkerung, ließen sich damit bis zu 200 Millionen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachte Todesfälle vermeiden, so die Autoren.

Obwohl die bevölkerungsreichen Länder mit mittlerem Einkommen den größten Teil des Rückgangs an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und durch diese Erkrankungen bedingte Todesfälle verzeichnen würden, würden gerade in den Ländern mit niedrigem Einkommen die Krankheitsraten am deutlichsten abnehmen.

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